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Weihnachtsgruß der Universität Gießen an ihre Studenten im Felde / [Großherzogliche Hessische Ludwigs-Universität zu Gießen; die Zeichnungen sind von Professor Otto Ubbelohde]
Entstehung
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Die Strategie des Weltkriegs.

ie Weltgeſchichte kennt zwei grundſätzlich verſchiedene Erſcheinungs⸗

2 formen des Krieges, die in verſchiedenen Epochen einander ablöſen. In der neueren Geſchichte treten ſie einander in den Kriegen des 19. Jahrhunderts(Zeitalter Napoleons und Moltkes) und des 17. und 18. Jahrhunderts(Zeitalter Ludwigs XIV. und Friedrichs des Großen) gegenüber. AÄußerlich ſpringt ſogleich die verſchiedene Dauer der Kriege in die Augen: der längſte Krieg Napoleons, der zweite Koalitionskrieg(1799 1801) wenn man vom erſten Revolutions⸗ kriege, der zum Teil noch in die vorhergehende Epoche gehört und vom ſpaniſchen, der eine Nebenaktion iſt, abſieht, hat weniger als zwei Jahre gedauert und war überdies noch durch wiederholte Waffenruhen unterbrochen; in der vorhergehenden Periode waren Kriege von doppelter und dreifacher Dauer die Negel. Ebenſo ver⸗ ſchieden war die Intenſität der Kriegführung: die jüngere Periode zeigt eine große Menge Schlachten, die ältere hat trotz der längeren Dauer der Kriege viel weniger große taktiſche Entſchei⸗ dungen, ja im polniſchen und bayeriſchen Erbfolgekriege fehlen ſie überhaupt, und die meiſten, wie der Siebenjährige und Spaniſche Erb⸗ folgekrieg, zeigen Jahre ohne taktiſche Zuſammenſtöße von Bedeutung. Nicht minder markant iſt die Verſchiedenheit der Größe des Kriegs⸗ ſchauplatzes: in den Feldzügen Napoleons und Moltkes dringen die Truppen trotz der kürzeren Zeit in gewaltiger Schnelligkeit tief ins feindliche Land ein und beſetzen mächtige Räume, der Krieg rollt von Berlin bis vor Wien oder bis Paris und Orleans, von Paris bis Wien, Königsberg, Moskau und Madrid. Die Heere Ludwigs und Friedrichs ſchlagen ſich gewöhnlich in den Grenzprovinzen, oft dreht ſich ihr Kampf jahrelang um einige Landſchaften oder Feſtungen. Stürmiſche Verfolgungen, wie nach den Schlachten von Jena und Belle Alliance finden wir da nicht, nur vorſichtiges Nachrücken auf kurze Strecken; es iſt ſelten, daß einmal eine ganze Provinz nach einem Siege in Beſitz genommen wird. Häufig ſehen wir die Heere kürzere oder längere Zeit einander gegenüberſtehen, keins wagt das andere anzugreifen, weil die Stellungen zu feſt ſind, beide ſuchen ſich durch allerlei Künſte zum Verlaſſen ihrer Stellung zu bewegen, bisweilen mit Erfolg, nicht ſelten muß die eine Partei das erfolg

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