Druckschrift 
Begrüßungs-Feier für die aus dem Felde heimgekehrten Studierenden in der Neuen Aula der Ludwigsuniversität am 9. März 1919 / [Begrüßungsworte des Rectors Geh. Medizinalrats Prof. Dr. Hans Strahl, Ansprache des Geh. Kirchenrats Prof. D. Dr. Gustav Krüger, Dankworte des Vorsitzenden des Ausschusses der Studenschaft stud. theol. Friedrich Wilhelm Bernbeck]
Entstehung
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1. Pilgerchor von Richard Wagner.

2. Begrüßungsworte des Rektors Geh. Mles simalbats Prof. Dr. Hans Strahl.

Gott zum Gruß, Kommilitonen und ein Willkommen in der Heimat!

Willkommen Ihr alle, die wir vor nun faſt fünf Jahren mit unſeren Segenswünſchen von dieſer Stelle hinaus in's Feld entlaſſen haben. Kicht leichten Sinnes, aber guten Mutes und mit vaterländiſchem Sang ſeio Ihr ausgezogen. Wir freuen uns heute der vertrauten Geſichter, die wir wieder ſehen, und denken in wehmütiger Erinnerung der Vielen, die nicht zu uns heimgekehrt ſind.

Willkommen auch Ihr, die der Zeiten Drang und Not zu uns geführt hat. Wenig Tage ſind es, daß mir einer unter Euch geſagt, er ſuche ein flſyl bei uns. Möchte Euch allen oͤas fiſyl zur Heimat werden, an die Ihr, wenn die Gießener Zeiten lange hinter Euch liegen, mit dem gleichen Empfinden zurückdenkt, wie an die Scholle, auf der Ihr ge⸗ boren ſeid.

4 Kein froher Empfang kann es ſein, den wir Euch bieten. Ein bitterer Tropfen Wermut iſt in den Becher gefallen, den wir Euch zum Willkomm zu kredenzen gedachten. Iſt Euch doch der Erfolg verſagt geblieben. Laßt Euch des nicht verorießen. Wenn der Königsberger Weiſe uns gelehrt hat, daß nichts auf der Welt gut iſt, denn ein guter Wille, dann könnt Ihr aufrechten Hauptes Eure Straße weiter ziehen. Am guten Willen, das wiſſen wir alle, hat es wahrlich nicht gefehlt.

Wiro nun wohl mancherlei anders werden auf deutſchen Hochſchulen als bisher; dem werden wir uns fügen müſſen.

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