J.
Die gegen Fichte von der kurfürstl. sächsischen Regierung erhobene Beschuldigung„atheistischer KAuße- rungen“¹) in den von ihm und Rektor Forberg ver-— faßten Aufsätzen im ersten Hefte des Fichte und Niethammerschen Philosophischen Jour- nals p. ao. 1798 erregte in der Gelehrtenwelt allge- meines Aufsehen. Erhöht noch wurde das Interesse durch die gleichzeitig erfolgte Konfiskation des ganzen Journals, durch die Aufforderung Kursachsens an andre deutsche Regierungen, in ihren Gebieten dasselbe zu veranlassen, durch das kurfürstl. sächsische Reauisitions- schreiben*) an den Herzos von weimar, das ernste Bestrafung Fichtes verlangte, und die Mitte Januar 1790 erschienene Verteidigungsschrift Fichtes „Appellation an das Publikum über die durch ein Kurf. Sächs. Konfiskationsrescript ihm beigemessenen atheisti- schen Außerungen“. Seine Appellation sandte Fichte am 18. Januar 1790 an die bedeutendsten damals lebenden deutschen Theologen und Philosophen zugleich mit einem gedruckten Zirkular, in dem er unter Hinweis auf die Ur— sache der Appellation ersuchte,„durch mündliche oder schriftstellerische Ablegung Ihrer vielgeltenden Stimme zur Zurückstellung und durch Verbreitung dieser Schrift in Ihrem Wirkungskreise zur Ausübung dieser Rechte beizutragen“, nämlich, daß„der Gelehrte sich nicht das Recht, nur von ihm beurteilt zu werden, entreißen lassen kann.“„Diese Zurückstellung vor das wahre Tribunal ist— ich glaube es und wage es zu sagen, daß Sie es mit mir sagen— eine allgemeine Angelegenheit.“) Die beiden Aufsätze von Fichte und Forberg„Ober den Grund unsres Glaubens an eine göttliche Weltregie-
¹) Vgl. J. G. Fichtes Abppellation an das Publikum, Jena 1799. S. 1.
.²) Vel. Fichtes Leben, II, S. 82, Beilage VI, No. 4.
3*) Das Zirkular ist abgedruckt in: I. H. Fichte, Schillers und Fichtes Briefwechsel, Berlin 1847. S. 56 ff.


