geben, worin scheinbar eine geringere Hervorhebung der nicht in- korporierten Studentenschaft lag. Es war dies jedoch nicht eine aus falschen Grundsätzen entspringende Absicht, sondern ein aus der Schwierigkeit der Aufgabe herrührender Notzustand.
Jedenfalls bestand schon damals der Plan, das ermittelte Ma- terial zu einem alphabetischen Verzeichnis der gesamten am Kriege beteiligten Studentenschaft zu ergänzen und demgemäß auch die Dozenten, Assistenten, Beamten und Angestellten der Universität, die an dem Kriege teilnahmen, alphabetisch zu ordnen.
Es war mir jedoch während des Rektorates völlig unmöglich, diese umfangreiche Arbeit selbst zu leisten, ich konnte sie nur durch regen Briefwechsel mit den im Felde stehenden Angehöõrigen der Universität, der vielfach durch Sendung von literarischen und an- deren Liebesgaben der Universität veranlaßt war, vorbereiten. In unermüdlicher Arbeit suchte auf meine Bitte Herr Kollege Kahle die Liste zusammenzustellen, und es gelang dadurch, einen zu- sammenfassenden Entwurf zu bekommen. Dieser wurde den Kor- porationen und Instituten, sowie den einzelnen Dozenten mit der Bitte um Vervollständigung vorgelegt, jedoch stellte sich heraus, daß auch dieser ergänzte Entwurf einer nochmaligen, genauen Nach- prüfung bedurfte. Diese wurde von Herrn Kollegen Krüger, der als Landwehr-Offizier und Adjutant des hiesigen Bezirkskommandos den besten Einblick in die militärischen Verhältnisse der Univer- sitätsangehörigen hatte, übernommen und führte zu einer mit sehr erheblicher Arbeit verbundenen Neugestaltung. Beiden Herren spreche ich hiermit namens der Landes-Universität den herzlichsten Dank für ihre lebhaften Bemühungen aus. Es konnte sich nur noch darum handeln, ob mit dem Druck bis zum Ende des Krieges gewartet werden sollte. Dagegen sprachen jedoch drei Gründe: 1. ist naturgemäß gerade während des Krieges bei sehr Vielen ein lebendiges Interesse vorhanden, etwas über die militärische Stellung der einzelnen Universitäts-Angehörigen zu erfahren; 2. ist das Ma- terial im dauernden Fluß begriffen, sodaß ein vorläufiger Abschluß gesucht werden mußte; 3. ist ein solcher gerade im Hinblick auf eine spätere Ergänzung nach dem Kriege zweckmäßig. Aus diesen Gründen haben wir die Arbeit, die mich während meines ganzen Rektorates sehr beschäftigt hat, am Schluß desselben zu Ende gebracht.
Gießen, den 27. Oktober 1915.
Sommer.


