Vorwort.
Die frühere Schrift über die„Teilnahme von Angehörigen der Universität Gießen am Kriege 1914“ war im wesentlichen von dem Gedanken beherrscht, darzustellen, in welcher Weise der ausbre- chende Krieg in die gesamte Organisation der Universität einge- griffen hat. Es handelte sich dabei nicht nur um die einzelnen Personen, sondern um die Zugehöõrigkeit zu den Instituten, Einrich- tungen und Gruppen, in die sich der Gesamtbestand von Univer- sitätsangehörigen gliedert. Die Art der Behandlung war also von vornherein im Zusammenhang mit meinen wissenschaftlichen Be- strebungen eine biologische.
Es wurden daher nicht nur solche Kriegsteilnehmer berück- sichtigt, die sonst im Personalbestand erscheinen, sondern von dem genannten Gesichtspunkt aus wurden auch andere Angehörige von Instituten, Kliniken u. s. w. verzeichnet. Tatsächlich trat bei dieser Gliederung der Einfluß des Krieges auf den Gesamtorganismus der Universität sehr deutlich zutage. Andererseits machten sich dabei 2 Mängel bemerkbar: 1. war es unmöglich, unter dem Hauptge- sichtspunkt alle Einzelnen unterzubringen, woraus einige Ungleich- heiten entstanden; 2. stellte es sich als eine unlösbare Aufgabe heraus, von dem nicht zu einer Verbindung gehörigen großen Teil der Studentenschaft die Zugehörigkeit zu den einzelnen Truppenteilen und den Aufenthalt sicher festzustellen. In vielen Fällen blieb es da- mals trotz der ausgesandten Erkundigungskarten überhaupt lange noch zweifelhaft, ob die Einzelnen im Heere standen oder nicht. Dies führte trotz vieler Bemühungen dazu, daß wir uns bei den nicht zu einer Verbindung gehörenden Studenten, bei denen die Ermittelung des Aufenthalts naturgemäß viel schwieriger war, be- gnügen mußten, lediglich den Prozentsatz der bei dem Heere be- findlichen unter Hinweis auf den Personalbestand ungefähr anzu-


