Druckschrift 
Ein akademischer Gesellenbrief / von Wilhelm Flegler
Entstehung
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Es klingt etwas schnodderig, ein in der Sprache Ciceros, ich weiß freilich nicht, ob auch mit ciceronia- nischer Eleganz abgefaßtes Aktenstück mit dem in der Überschrift gebrauchten Ausdruck zu bezeichnen. Zumal, da der Empfänger der Urkunde ein junger Edelmann war, der im Jahre 1763 als Fünfzehnjähriger die Gießer Hochschule bezog und durch den Akt der Deposition in die Zahl der akademischen Bürger ein- gereiht wurde. Sein Aufnahmeschein ist durch eine glückliche Fügung erhalten geblieben und soll im Nachfolgenden im Urtext und in einer von mir ge- fertigten Übersetzung mitgeteilt werden. Er war freilich kein Gießer Hesse, dieweil es zu seiner Zeit auf der Ludoviciana noch keine Hassia gegeben hat. Aber ein Glied des Geschlechtes, dem er angehörte, war ein Corpsbruder von uns; der im Sommer 1912 gestorbene Geh. Regierungsrat Gustav von Zangen, der uns Alten wohlbekannte treue Alte Herr der Hassia, war ein Enkel des ältesten Bruders des jungen Studiosus, von dem hier die Rede sein soll. Zangen hat mir vor Jahren einmal ein lateinisches Schrift- stück übergeben, das sich in den Familienpapieren gefunden hatte und in dem ich sofort ein für die Universitätsgeschichte nicht unwichtiges Dokument erkannte. Ich stellte ihm auch in Aussicht, daß ich es mit Erläuterungen versehen und gelegentlich ver- öffentlichen werde; leider ist er gestorben, ehe ich dazu kam, meine Absicht zu verwirklichen. So möge der nachträgliche Abdruck dazu dienen, das Andenken