Sonderabdruck aus Heſſiſche Blätter für Volkskunde 1912, Band XlI, Heft 2.
Deſſiſche Blätter für Volkskunde Band XI 1912 Deft 2
Das Hntoniterkreuz. Von Richard Wünſch in Königsberg.
Als die heſſiſche Ludwigsuniverſität zu Gießen im Jahre 1907 die Feier ihres dreihundertjährigen Beſtehens beging, erhielten die Feſtteilnehmer als Abzeichen eine Nadel überreicht, deren Schmuck ein großes lateiniſches T war, blau in ſilbernem, goldgerändertem Felde. Mancher erfuhr erſt durch dies Erkennungszeichen, wie das Wappen der Alma Mater Ludoviciana ausſah, und mehr als Einer hat damals nach Herkunft und Bedeutung dieſes eigenartigen Wappens gefragt').
Die letzten Etappen des Weges zurückzuverfolgen, den dieſes Zeichen— um die griechiſche Benennung des Buchſtabens zu ge⸗ brauchen, dieſes Tau— gegangen iſt, war nach der Vorarbeit von W. M. Becker leicht(Das erſte halbe Jahrhundert der heſſen⸗ darmſtädtiſchen Landesuniverſität, in der Feſtſchrift: Die Univerſität Gießen von 1607— 1907, Beiträge zu ihrer Geſchichte, Band I S. 96)). Zum erſten Male taucht es auf in den Akten der Uni⸗ verſität Gießen 1736 ³). Im Juli jenes Jahres war der amtierende Rektor Melchior Verdries geſtorben. Für die Einzelheiten der feier⸗ lichen Beiſetzung hatte das Konſiſtorium der Profeſſoren Serenissimi hochfürſtlicher Durchlaucht nach Darmſtadt Vorſchläge zu unter⸗
¹) Mit dem Univerſitätswappen identiſch iſt das Verlagszeichen, das Herr A. Töpelmann in Gießen ſeit 1910 führt; es iſt mit ſeiner freundlichen Erlaubnis hier als Kopffchmuck verwertet.
¹) Ich behandle die grundlegenden Dokumente ausführlicher als Becker. Daß ich ſie in Königsberg benutzen durfte, danke ich den Gießener Behörden und der Vermittelung von K. Helm.
*) No IV Lit. A. Todliches Ableiben und erfolgte ſolenne Beerdigung des Rectoris Magnifici D. Jo. Melch⸗ Berdries med. prof. ordinarii',
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