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Die Entwickelung des Studiums der Veterinärwissenschaft an der Landesuniversität Gießen : ein Nachwort zu meiner "Festschrift" vom 25. Mai 1902 / von Professor Dr. M. Biermer
Entstehung
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und als dritte Lehrkraft im Nebenamt der jedesmalige Kreis⸗ tierarzt, der auch jetzt als ſechſter Dozent noch wirkſam iſt. Bereits damals war aber die Zahl der Veterinäre auf 80 geſtiegen, von denen 40 in dem einen Sommer⸗Semeſter neu hinzugekommen waren. Nebenbei bemerkt war damals auch die Zahl der Immaturi ganz erheblich geringer, als gegen⸗ wärtig. Das Veterinärſtudium in Gießen hat alſo daran muß feſtgehalten werden ſeinen charakteriſtiſchen Aufſchwung vor der großen Reform des Jahres 1900, wo der Lehrkörper vollſtändig erneuert worden iſt, gleichzeitig die Ordinarien der Veterinärkunde Sitz und Stimme im Senate zugeſtanden erhielten und eine Art von ſelbſtändiger Fakultät, das ſoge nannteVeterinärmediziniſche Kollegium, geſchaffen worden iſt, genommen. Der Heſſiſche Staat hat im Jahresdurchſchnitt der Jahre 1898, 1899 und 1900 für den akademiſchen Vete⸗ rinärunterricht an der Landesuniverſität 25015 Mark auszu⸗ geben gehabt. Dieſe Summen wuchſen ſeit der genannten Reform ganz rapide. Sie betrugen nämlich:

im Jahre 1901 33 165 Mark

1902 43 445

5 1903 51 026

Neue Inſtitutsbauten ſind in jenen Jahren nicht vorge⸗ nommen worden, ſie werden erſt gegenwärtig in Angriff ge⸗ nommen und erfordern, da der Heſſiſche Staat Anleihen für ſolche Zwecke nicht amortiſiert, eine jährliche Zinſenlaſt von ungefähr 21 000 Mark. Damit ſteigen die Koſten für den Vete⸗ rinärunterricht ſchon jetzt auf über 72000 Mark, d. h. m. a. W.: in den letzten drei Jahren hat ſich der Lehrkörper verdoppelt, und die Koſten haben ſich beinahe verdreifacht.

Natürlich kann man nicht ſagen, wie ſich das Studium der Veterinärwiſſenſchaft ohne dieſe umfaſſenden und teueren Reformen, die auch zu einem vollſtändigen Perſonenwechſel geführt haben, entwickelt hätte. Der Frequenzaufſchwung war jedenfalls noch unter den alten Verhältniſſen und unter dem