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Rückgang der Schafhaltung, die teils in Folge der fortſchrei⸗ tenden intenſiveren Bewirtſchaftung des Bodens, teils in Folge des ſteten Sinkens der Wollpreiſe zurückgedrängt worden iſt und nur bei großkapitaliſtiſchem landwirtſchaftlichen Be⸗ triebe dem Auslande gegenüber konkurrenzfähig ſein kann, abſieht, die Viehhaltung in Deutſchland ſich recht erheblich gebeſſert. 1883 gab es in Deutſchland Stück Rindvieh 15,786 764 „ Schweine 9 206 195 „ Pferde 3 522 545 „ Ziegen 2 640 994.
Nach der Zählung von 1900 zeigte ſich folgende Ver⸗
ſchiebung: Stück Rindvieh 18 939 692 „ Schweine 16 807 014 „ Pferde 4 195 361 „ Ziegen 3 266 997.
Die Zahl des Rindviehs hat alſo um 20%, die Zahl der Pferde um 19%, die Zahl der Ziegen um 24% und die Zahl der Schweine ſogar um 83% zugenommen. Dieſe Zahlen erhalten erſt dann ihre richtige Beleuchtung, wenn man die Bewegung der Bevölkerung mit ihnen in Vergleich bringt. Zwiſchen den Berufszählungen von 1882 und 1895 hat die erwerbstätige Bevölkerung des Deutſchen Reichs um 20% zugenommen. An dieſer Vermehrung hat die Landwirtſchaft bekanntlich keinen Anteil; denn hier iſt die Zunahme der Er⸗ werbstätigen von 1882 bis 1895 noch nicht ½%, während die Zunahme in der Induſtrie 29%, im Handel und Verkehr ſogar 49% beträgt. Während alſo die landwirtſchaftliche Bevölkerung, ſoweit ſie erwerbstätig iſt, in der Geſamtziffer zum Stillſtand gekommen iſt, ja in den letzten fünf Jahren (1895— 1900) direkt zurückgegangen iſt, iſt gleichzeitig die Be⸗ deutung des Viehſtandes ganz erheblich gewachſen. Dieſer Geſichtspunkt tritt noch ſchärfer hervor, wenn man die Werte der landwirtſchaftlichen Produktion zum Vergleiche heranzieht. Nach


