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ſo kann ich mich hier damit begnügen, hervorzuheben, daß alle wichtigen Maßnahmen auf dieſem Gebiete, ſo viel mir bekannt iſt, nicht der freien Initiative des Geſamtſenats der Landesuniverſität entſprungen ſind, ſondern derjenigen der Großherzoglichen Staatsregierung, die ihrerſeits wieder An⸗ regungen und Wünſchen aus landwirtſchaftlichen Kreiſen, namentlich parlamentariſchen, nachgab. Der Geſamtſenat hat lediglich zu dieſen Reformen Ja und Amen geſagt. Für eine andere Haltung lag für ihn ein zwingender Grund nicht vor, ſie hätte ihm auch wenig genützt.—
Damit bin ich wirklich am Schluſſe. Nur der Vollſtändig⸗ keit halber bringe ich noch an dieſer Stelle denjenigen Teil des früher ſchon gelegentlich erwähnten Aufſatzes des Geheim⸗ rats Profeſſor Dr. Karl Dammann⸗Hannover in der„Deutſchen Tierärztlichen Wochenſchrift“(Nr. 27 v. 5. Juli 1902), worin der neueſte Bundesratsbeſchluß vom 3. Juli d. J. beſprochen wird, zum Abdruck. Er ſoll beweiſen, wie ſachlich und unbe— fangen andere kompetente Beurteiler aus dem Lager der Tier⸗ arzneihochſchullehrer die bisherigen Zuſtände in dem Veterinär⸗ ſtudium beurteilen.
Der betreffende Paſſus lautet:
„Der Wunsch der Fachgenossen ist erfüllt. Vergessen sind die Mühen, verweht die Sorgen, und nur freudige Genug- kuung über die Erreichung des Zieles beiegt unsere Herzen. Aufgabe der Mitglieder des Standes wird es jetet sein, des hohen Vertrauens, das die Staatsregierungen ihnen geschenkt haben, durch die That sich zwürdig zu erweisen. Den Hochschullehrern bietet die umfassendere und gründlichere Vorbildung der ihnen anvertrauten Jugend die Möglichkeit, besser vorbereitete, von sitt- lichem Erust getragene junge Männer dem Staat und der Ge- sellschaft æueæufähren; die Studierenden müssen bestrebt sein, das ganze Mass allgemeiner awissenschaftlicher und ethischer Bildung und die volle Kenntnis der Fachuwissenschaft sich anzueignen, um den staatsbürgerlichen und beruflichen Pflichten, welche vor


