der Reſt bereits im nächſten Jahre angefordert werden, ſodaß dem Staate dann eine jährliche Zinſenlaſt von 21 000 Mark neu erwächſt. Das macht eine Geſamtjahresausgabe von 64 445 Mark, wobei ich ganz unberückſichtigt gelaſſen habe, daß die Veterinäre auch an gewiſſen Ausgaben für andere Univerſitätsinſtitute und Fächer partizipieren. Der neue Bau plan iſt ſeiner Zeit ausdrücklich vor dem Parlament mit der Begründung verteidigt worden, daß die ſtark ſteigende Zahl der Veterinärſtudenten nicht mehr in den bisherigen Hörſälen und Inſtituten untergebracht werden könne. Für die gebür tigen Heſſen würden die bisherigen Inſtitute dagegen gewiß noch Jahrzehnte lang ausgereicht haben.
Kein deutſcher Bundesſtaat gibt alſo für das Veterinär ſtudium ſo viel aus, wie der heſſiſche. Heſſen zahlt verhältnis— mäßig acht mal ſo viel für dieſe Zwecke, wie das Königreich Preußen. Eine ſolche freiwillig auferlegte Selbſtbelaſtung darf man mit vollem Recht als„ſelbſtlos“ bezeichnen. Ich halte dieſen Ausdruck alſo in vollem Umfange aufrecht. Würde der heſſiſche Staat jedem Veterinärſtudenten, der die Landes angehörigkeit hat, jährlich ein Stipendium von 1000 Mark geben und ihn veranlaſſen in München oder Hannover zu ſtudieren, ſo würde er jährlich ein Geſchäft machen von über 42 000 Mark. Mit dieſen 42 000 Mark könnte er die Theo⸗ logiſche Fakultät in Gießen, die der Herr Einſender in wenig beſcheidener Weiſe zum Vergleich mit der ſeinigen herangezogen hat, vollſtändig unterhalten und behielte noch 10000 Mark übrig, die einen großartigen Stipendienfonds für Studierende abgäben.


