Druckschrift 
Mein Konflikt mit den Gießener Veterinären und der medizinischen Fakultät daselbst : eine aktenmäßige Darstellung der in Frage kommenden Vorgänge mit einem kritischen Nachwort / von Dr. jur. et phil. M. Biermer, o. ö. Professor der Nationalökonomie und Statistik
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Exemplaren im Lande verbreitet wird, iſt eine ſchwere Beleidi⸗ gung für alle Veterinärmediziner und bedeutet eine ſchwere Stö rung des akademiſchen Friedens, für deren Folgen Sie als Ver⸗ faſſer allein die Verantwortung tragen.

Paul Kuhliſch, cand. med. vet.

Das vorliegendeEingeſandt aus ſtudentiſchen Kreiſen habe ich bislang aus begreiflichen Gründen vollſtändig igno⸗ riert. Am liebſten würde ich auch fernerhin auf dieſem Stand⸗

und ferner, weil es nahe liegt, hinter dem Studenten der Tierheilkunde, der hier im Namen ſeiner Kommilitonen ſpricht, einen Berater zu vermuten, der ihm intereſſenverwandt, aber kein Student iſt.

Dem oder den Verfaſſern dieſes Eingeſandts habe ich folgendes zu erwidern:

1. Ich finde es wenig hübſch, daß man mich für ſo töricht hält, ich hätte den Veterinären vorwerfen wollen, daß ſie Immaturi ſeien. Man ſoll den Gegner, ſelbſt wenn man ſich über ihn noch ſo ſehr geärgert hat, niemals als gedanken⸗ los einſchätzen. Was ich bedauernd hervorgehoben habe, war im weſentlichen das, daß von allen mediziniſchen Fakultäten des deutſchen Reiches die Gießener allein Studenten der Tier arzneikunde, die nur das ſog.Zeugnis für das Fach haben, als gleichberechtigt mit anderen Medizinern zuläßt. Gießen kommt alſo dieſem Fache beſonders entgegen, was auch die Würde des Dr. med. vet., ebenfalls ein Unikum Gießens, beweiſen dürfte.

2. Die große Anzahl der immaturen Veterinärſtudenten, welche Gießen vor allen anderen Hochſchulen auszeichnet, er kläre ich mir etwas anders, als der Herr Einſender. Dieſer Herr ſcheint zu meinen, daß ſo viele Gießener Veterinäre des⸗