III. Die erſte Erwiderung.
Im Gießener Anzeiger erſchien am 27. Mai d. J.(Nr. 121 der Zeitung) folgendes„Eingeſandt“:
Gießen, 26. Mai 1902.
Der geehrte Verfaſſer der Feſtzeitung hat dem veterinär⸗ mediziniſchen Studium an der Univerſität eine längere Betrach⸗ tung gewidmet, in welcher ich Verſchiedenes anzufechten habe.
Es ſtimmt, daß auf die Veterinärmediziner der Löwen⸗Anteil der Immaturi kommt. Das bedurfte aber gar nicht Ihrer Feſt⸗ ſtellung, es iſt auch eine leicht verſtändliche Erſcheinung, da in den geſetzlichen Beſtimmungen nur die Reife für die Unterprima verlangt wird. Machen Sie deshalb nicht uns dafür verantwort⸗ lich, daß wir immatur ſind, ſondern die geſetzlichen Beſtimmungen und den hohen Bundesrat, der bereits vor längerer Zeit eine anderweitige Regelung unſeres Studiums verſprochen, aber bisher ſein Wort nicht erfüllt hat. Sie würden ſich in Ihrem wie in dem Sinne der Tierärzte außerordentlich verdient machen, wenn — Sie gerade— bei einem hohen Bundesrate noch einmal ſpeziell und perſönlich um die Einführung des Abituriums für die Tierärzte petitionieren würden, mit der Begründung, daß die immaturen Tierärzte ein Schönheitsfehler der Univerſität Gießen wären. Auf die Antwort bin ich neugierig.
Sie fragen ſich, wie kommt das kleine heſſiſche Land dazu — ſelbſtlos— die Ausbildung der Veterinäre für einen großen


