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Über die Reform der Doctorpromotion : eine academische Rede / gehalten von Dr. Adolf Philippi, Professor an der Universität Gießen
Entstehung
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Wenn ich nun zum Schlulſs auf die jetzt so viel verhandelte Frage der Reform des Promotionswesens noch einmal zurück blicke, so scheint mir doch das Fragwürdige nur darin zu bestehen, dals und warum drei oder vier Universitäten der auf allen anderen eingeführten Einrichtung der gedruckten Dissertation sich widersetzen und dadurch einerseits der Normal- leistung, andererseits der Controlpflicht sich entziehen! Daſs dieses der Cardinalpunkt der Frage wirklich sei, konnte manchem verborgen bleiben, so lange bei der ganzen Discussion immer und immer wieder der sogenannte Doctor in absentia in den Vordergrund ge- drängt, diese Einrichtung als das schwarze Laster hingestellt wurde, und wer von dem sich frei wuſste, als Tugendspiegel sich fühlen konnte.

Diese Selbsttäuschung ist jetzt nicht mehr möglich. Denn Mommsen, der mit einem Feldzuge gegen den Doctor in absentia begann, hat ja nun in seinem vorhin genannten Aufsatze es ausgesprochen dals hinter der Frage: ob Doctor in absentia, ob nicht? oft noch ganz andere Dinge sich verbergen. Es tritt also jetzt jener eine Punkt auch für uns in sein volles Licht. Forderten alle deutschen Univer- sitäten ohne Clausel die gedruckte Dissertation, so würde für die philosophische Facultät die Reformfrage meines Erachtens nicht mehr existiren. Wir, die wir zu dieser Normalleistung bis jetzt uns nicht verstanden haben, wir haben kein Recht, unsere Gedanken mit Delegirtenversammlungen und dergleichen kostbaren Apparaten zu beschäftigen; wir haben uns einfach anzuschlieſsen, so lange noch das Recht des freiwil-