Die Nothwendigkeit, eine Antrittsrede zu halten, hat mich veranlaſst, ein für unsere Verhältnisse überaus wichtiges und höchst zeitgemäſses Thema so zu be- handeln, wie es der Anlaſs gestattete. Weil die hier vorgetragenen Gedanken nicht den allermindesten Anspruch darauf machen, neu zu sein, so dachte ich zunächst nicht an Drucklegung. Exrst in der letzten Stunde kam mir dieser Gedanke; und der Beweggrund, welcher mich dazu veranlaſste, verbot es mir Aende- rungen vorzunehmen, welche ich sonst ohne Frage noch gemacht hätte. Die Rede ist nun genau so gedruckt, wie sie gehalten wurde. Damit mulſs der Leser ihre Mängel entschuldigen. Auch so wird sie deutlich genug zeigen, wie mit mir eine Anzahl meiner Collegen über die Promotion denkt.
Während des Druckes werde ich auf einen Aufsatz Heinze's(Heidelberg) in der Beilage zur Allg. Zeitg Nr. 124 aufmerksam:„Herr Dr. Th. Mommsen und die Promotionsreform.“ Dieser grolſse Aufsatz wird vielleicht in manchen Kreisen Sensation machen; dals er die vom Verfasser gewünschte Wirkung haben
1*


