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Das Eindringen der Aufklärung in der Universität Gießen / von Professor Drews
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Das Eindringen der Aufklärung in der Univerſität Gießen. 49

So wenig Uns nun einer Seits die Dreiſtigkeit eines über alle Conſiderationen und die heiligſten Pflichten Sich hinwegſezenden Manns befremden können, ſo wenig ſeynd Wir geſonnen, die Kirche und Univerſität mit einem ſolchen Mann länger zu belaſten, ſondern haben Ihm in anliegendem Decret die nachgeſuchte Ent laßung ohne Anſtand ertheilet und befehlen Euch hiermit: Ihm ſolche mit dem gemeßenſten Anhang zu beliefern, Uns mit fernern unmittelbaren Vorſtellungen ſchlechterdings unbehelligt zu laßen und das, was er etwa noch zu ſuchen haben möchte, bey der ihm wohl⸗ bekannten vorgeſezten Behörde anzubringen und weitern Beſcheids allda zu gewärtigen. Ihr habt anbey die fernere Verfügung zu treffen: Daß Ihme Dr. Bahrdten die biß zu Ende dieſes Monaths erſchienenen Professorats- und Pfarr-Beſoldung ohne Aufenthalt und Erſchwerung in Geld und Naturalien verabfolget, Er auch bis zu ſeinem Abzug in ſeiner Wohnung ungeſtört belaßen werde.

Hingegen iſt Selbiger aus dem einſtehende Oſtern erſcheinenden Lections-Catalogo der Univerſität ſogleich auszulaßen, und habt Ihr bey der Facultät die Einrichtung zu machen, daß die von Ihm geithero vorgetragene Theile der theologiſchen Wißenſchaften von andern dortigen Lehrern übernommen und die ſtudirende Jugend biß zu Widerbeſezung dieſer Stelle(worüber Wir Euch demnächſt das weitere zugehen laßen werden) nicht verkürzet werde.

Bahrdt befand ſich alſo ſehr im Irrtum, wenn er etwa glaubte und in ſeinerLebensgeſchichte ſtellte er wenigſtens die Sache ſo dar, in Gießen nach freiem Entſchluß bleiben zu können. Wäre die Unterſuchung zu Ende geführt worden, ſo hätte ſie ſicher mit ſtiner Abſetzung geendet. Jedenfalls vertraute Bahrdt auf die ginſtige Stimmung für ihn bei Heſſe und Moſer. In der Tat hat dr letztere noch am 30. Januar 1774 ihm einen höchſt freundlichen Prief geſchrieben(Briefe angeſehener Gelehrten u. ſ. w. an K. Fr. Jahrdt II, 12). Seitdem aber brach das Vertrauen, das er ſich ſo lnge zu erhalten gewußt hatte, mit einem Schlag zuſammen.

Im Mai 1775 verließ Bahrdt Gießen. Benner atmete auf, ja er ttiumphierte. Ins Dekanatsbuch ſchrieb er einen langen Erguß, dermit den Worten beginnt:Hoc mense[Maio] divina nos clementia a Bardtio liberavit. Dimissus est, ea lege, ne pro concione sacra amplius verba facere aut valedicere auderet Und zum Schluß heißt es: Abiit interea Bahrdtius, excessit, evasit, erupit: virulenta semina et dedocoris haud parum reliquit. Endlich folgt ein Gedicht, das über den Lebenswandel Bahrdts in Gießen die Schale der Verachtung ausgießt.

Preußiſche Jahrbücher. Bd. CXXX. Heft 1. 1