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Anckelmann gewidmet. Von Hamburg wandte auch er sich nach Leipzig, wo er in den morgenländischen Sprachen privatim unterrichtete, und setzte dann in Wittenberg und Strassburg seine Studien fort. Im Jahre 1681 war er in Frankfurt a. M. Hiob Ludolf, den er in einem würtembergischen Bade kennen gelernt, bei der Correctur seiner Historia Aethiopica behülflich, und der berühmte Verfasser nennt ihn in der Vorrede„‚awenem eruditione et probitate praestantem, linguae Hebraeae et dialecti Rabbinorum peritissi- maumm. Nachdem er etwa ein Jahr lang Hofprediger bei dem Pfalzgrafen von Veldenz gewesen war, wurde er 1683 Prediger und Professor der hebräischen Sprache zu Durlach, von wo er 1688 nach Clodius' Tode als ordentlicher Professor der morgenländischen Sprachen und als ausser- ordentlicher der Theologie und Hofprediger nach Giessen berufen wurde. Die Collegia pietatis, welche er 1689 eröffnete, hatten bei ihm nicht minder, als die Förderung christlicher Gesinnung und Sitte, die Erweckung wissen- schaftlichen Sinnes und Strebens zum Zweck. Gleichwohl wurden sie von Philipp Ludwig Hanneken, Sohn des 1646 von Marburg nach Lübeck be- rufenen Menno und seit 1670 ordentlicher Professor der Tneologie zu Giessen, so heftig angegriffen, dass eine landesfürstliche Commission zur Untersuchung der Streitsache abgeordnet wurde, deren Entscheidung zu Gunsten Mays ausfiel, welcher um 1690 nach Rudraufs Tode ordentlicher Professor der Theologie, Superintendent der Marburger und Alsfelder Diö- cese, Stipendiatenephorus und Pädagogiarch wurde. Den noch immer nicht ruhenden Streitigkeiten entzog sich Hanneken, indem er 1693 einen Ruf nach Wittenberg annahm, und 1695 wurden sie nach einer abermali- gen commissarisehen Untersuchung dadurch geschlichtet, dass zwei von Mays Gegnern, die Philosophen Balth. Mentzer III, der im folgenden Jahre durch J. F. Mayers Verwendung Professor am Gymnasium zu Hamburg wurde, und Schlosser abgesetzt, zwei andere, der Theologe Phasianus und Nitzsch, der Professor der Ethik und Politik, auf drei Monate suspendiert wurden. May blieb trotz aller verlockenden Berufungen bis zu seinem Tode 1719 in Giessen. Er hat seine Ueberzeugung mit gleicher Auf- richtigkeit und Entschiedenheit gegen die Kritik Richard Simons und Le Clercs, wie gegen die Fanatiker der lutherischen Lehrcorrectheit, P. L. Hanneken, J. F. Mayer u. a., verfochten und ist unter Speners Anhängern neben J. H. Michaelis und J. J. Rambach derjenige, welcher mit der Forderung lebendiger christlicher Frömmigkeit die gründlicher Gelehrsam- keit und wissenschaftlichen Strebens am entschiedensten verband. Ja Tholuck(Das kirchliche Leben im 17. Jahrhundert. Berlin. 1861 u. 62, II, S. 186) sagt von ihm:„Ist irgend einer unter den zahlreich neben 6*


