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gelenkt.
meinſamen 8C. bilden ſollten,„als unausführbar“ verworfen. Ebenſo ſprach man ſich gegen die Ab⸗ ſchaffung der Corpspaukereien und der Contrahir⸗ kneipen aus, desgleichen gegen die Forderung, daß forthin nur noch auf ſpecielle Beleidigungen los— gegangen werden ſolle.
Die zwei anderen Corps, die Starkenburgia und die Rhenania⸗Maſſovia, ſcheinen im Weſentlichen den Standpunkt der Heſſen getheilt zu haben. Nur die Contrahirkneipen fanden nicht das Wohlwollen, das letztere ihnen entgegenbrachten. Es hatten ſich that⸗
ſächlich an dieſe Einrichtung ſolche Auswüchſe ge⸗
heftet, daß ihre Beſeitigung eine Wohlthat war. Durch 8C Beſchluß vom 18. März wurden ſie ab⸗ geſchafft. Gleichermaßen wurde gemäß den Reform⸗ anträgen der Teutonia ein Paſſus im Allgemeinen Comment—§ 16, 2— unter allgemeiner Hu⸗ ſtimmung geſtrichen. Leider iſt kein Sxemplar des geblieben; es fläßt ſich darum auch nichts darüber berichten, welche un⸗ paſſende und unzeitgemäße Beſtimmuns in demt ge⸗ klgten Satze enthalten war. Mitt dieſen beiden Zuseſtändniſſen war nun aber auch der reformirende SEifer des Seniorenconvents— vorläufig wenigſtens — gelöſcht. Die übrigen Vorſchläge kamen weder lin der Sitzung des vorhin genannten Tages, noch ſin den folgenden zur Abſtimmung, ſie finden über⸗ haupt in den Protokollen keine Erwähnung mehr. Man darf daraus wohl ſchließen, daß die Antrag— ſteller ſelbſt auf ihre verzichtet haben.
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5.
So ſchien denn Alles wieder in das alte Geleiſe Da brach, hart vor Semeſterſchluß, die Flamme der Zwietracht hell hervor. Am 27. März gaben in der Sitzung des Seniorenconventes die Ver- treter der Haſſia die Erklärung ab, die Haſſia fühle ſich zu dem Beſchluſſe gezwungen, ſo lange aus dem jetzt beſtehenden 8C. auszutreten, als die Teutonia darin ſitz⸗ und ſtimmfähig ſei. Die Motive zu der Erklärung waren in einem Schriftſtück dargelegt, das zu den Acten gegeben wurde. Es iſt, wie faſt alle Documente der älteren Zeit, verſchwunden darum kann auch nicht mehr feſtoeſtellt werden, in wie weit die Gründe für jenen Schritt politiſcher oder perſönlicher Natur waren. Miitttheilungen von Heitgenoſſen machen es gewiß, daß letztere mit im Spiele waren; aber ebenſo ſicher iſt es, daß die Neuerungsbeſtrebungen, deren Träger die Teutonia war, an dem Entſtehen des Riſſes ihren Antheil hatten. Freilich liegt es in der Art ſtudentiſcher Herwürfniſſe, daß das perſönliche Moment raſch das
ſachliche in den Hintergrund drängt. So mag es auch hier geweſen ſein. Wie heftig die Spannung gleich von Anfang an war, läßt ſich aus der hart— kantigen Formulirung der Austrittserklärung, wie ſie dem Protokolle vom 27. März einverleibt wurde, erkennen.
6.
Während des Janzen Sommer⸗Semeſters 1[848 blieb die Haſſia außerhalb des SC.-Verbandes. Zwar wurden Verſuche gemacht, eine Vereinigung zu Stande zu bringen, aber ſie hatten keinen Erfols. Sine Einladung, in einer gemeinſamen Beſprechung mit den übrigen Corps die Differenzen zum Aus⸗ trag zu bringen, lehnten die Heſſen als zwecklos ab. In Folge dieſer Stellung nahmen ſie auch nicht an den mannigfaltigen Unternehmungen Theil, durch welche die corpsſtudentiſchen und allgemeinſtuden⸗ tiſchen Verhältniſſe im Sinne der Märzanträge der Teutonia umgeſtaltet werden ſollten. Berathungen in der gedachten Richtung fanden im Laufe des Semeſters fortgeſetzt in den Sitzungen des Senioren⸗ conventes ſtatt. Aus den Protokolleinträgen läßt ſich deutlich erkennen, wie ſtark die Denkweiſe der Majorität von den politiſchen Gleichheitsbeſtrebungen beeinflußt war. Vom Standpunkte ſolcher Gleichheits⸗ ideen mußte natürlich ſofort das Widerſpruchsvolle in der Stellung des Seniorenconvents in die Augen fallen. Er beanſpruchte, der Repräſentant der ge⸗ ſammten Studentenſchaft zu ſein, und war doch thatſächlich nur der Ausſchuß der Corps, eines
Bruchtheils der Studentenſchaft. Jener Anſpruch,
gegenüber dieſer Thatſache, ließ ſich zwar hiſtoriſch begreifen und rechtfertigen, aber er ſtand doch in allzu ſtarkem Gegenſatz zu den Anſchauungen, die auf dem Gebiete des ſtaatlichen Lebens zu verwirk⸗ lichen gerade die Aufgabe des Jahres Achtundvierzis ſein ſollte. Die Aufhebung der vorliegenden Anomalie konnte auf zweifache Weiſe bewerkſtelligt werden. Entweder verſuchte der 8C., ſich auch thatſächlich zum Vertreter der geſammten Burſchenwelt zu machen, oder er gab kurzer Hand den Anſpruch auf, es zu ſein. Das Letzte widerſprach doch zu ſehr den An⸗ ſchauungen, die ſeither von den Corps vertreten worden waren, als daß man ſich dazu hätte ver⸗ ſtehen mögen. So verſuchte man es mit dem Erſten. Eine Reihe von raſch hinter einander fol⸗ genden Anträgen bezweckte, den Seniorenconvent thunlichſt zu einem Studentenparlamente zu er⸗ weitern. In der Sitzung vom 25. Juni beantragte ein Vertreter der Teutonia, daß auch den Reyoncen geſtattet werden möge, den Verhandlungen des SE. beizuwohnen. Dieſer Antrag wurde, eine Woche
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