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Es rauſcht in ſeinen Sweigen
Ein altes, ſüßes Lied,
Das wie ein holder Reigen
Uns durch die Seele zieht;
Ein Lied von jungem Lieben,
Ein Lied von alter Treu',
Der uns den Sang geſchrieben— Der Geiſt bleibt ewig neu.
So blühe und gedeihe
Und wachſe fort und fort!
Sei edler Jugend Weihe
Ein rechter Wunderhort!
Wahr Dir Dein wahres Leben—
Bleib feſt auf feſtem Grund:
Dein Werden und Dein Weben— Gott walt's, mein Bruderbund!
(Vorhang fällt raſch— und geht alsbald wieder auf.)
₰
IV. Scene. (Wie am Schluß der I. Scene. Red. allein— ſchlafend am Ciſch, hinter der Bühne erklingt ein Marſchlied, etwa„Drei Lilien“— da bei Schritte von Näherkommenden.— Red. fährt vom Schlafe auf.) Red. Was war das? War das Wirklichkeitd War's Traum d Noch klingt im Ohre mir der kräft'ge Sang, Der wie ein Sturm mir durch die Seele drang— Könnt' ich ihn bannen!— ach, ich hoff' es kaum. Und doch— wie wird es licht mir in der Seele! Die Bilder formen ſich, die ich geſchaut, Und wenn dem Traume ich Gedanken ſtehle— Wozu hätt' ſie der Traumgott mir vertraut d Rur fort noch einmal— fort aus dem Gedränge, Weil ich geheimem Geiſterklang gelauſcht, Daß in der Gäſte vielgeſtalt'ger Menge


