Druckschrift 
Festspiel für die Begrüßungskneipe des 50-jährigen Stiftungsfestes des Gießener Wingolf, 5. August 1902 / von Theodor Wahl
(Gi. 80-83)
Entstehung
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Phil.

Red.

Fux.

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Haben ſich übertreu bewieſen. Was ſie nur taten für des Feſtes Gelingen,

Das ſollt' man in Heldenliedern beſingen,

Und dieſes hauſes Werden und Erhalten Wem danken wirs als der Philiſter Walten d Ich hörte, es haben nach ſchönem Brauch

Zu unſres Feſtes Verherrlichung auch

Die Wingolfsſchweſtern und Frauen undBräute Treu mitgeholfen

Ich ſag' Euch, Leute

Das iſt nun ſchon mehr koloſſal

Einfach ſtilvoll und phänomenal!

Werft hier insSchmuckkäſtchen einen Blick hinein Sagt ſelber, könnt's hier ſchöner ſein d

Die Tapeten, ſo ſtimmungsvoll anzuſchau'n Ein mildes Grün ein ſolides Braun,

Und an die getäfelte Wand im Kreiſe

Sitzbänke geſchmiegt nach der Väter Weiſe Wohl geeignet zu allen Zwecken,

Zu Spiel und Plaudern und Scherzen und Mecken! Wie wir zu ſolcher Herrlichkeit kamen d

Alles geſtiftet von unſern Damen!

Ich meine, der Wingolf iſt wohl geborgen Wenn Frauen und Jungfrauen ihn alſo verſorgen! Gewiß ich will ja auch gar nicht klagen Aber das eine darf man doch ſagen,

Daß uns für unſer Wingolfshaus

Immer noch mancher Wunſch ſteht aus.

Und darin iſt der Herr Profeſſor Stamm Manchmal uns etwas gar zu ſtramm.

So ärgert uns Alle ich ſag' es kühn

Im Uneipſaal die plumpe Muſiktribün',

Auf der die Muſikanten vor Keuchen und Schwitzen Uönnen weder blaſen noch ſitzen.

Und weil ſie den Schönheitsſinn uns beleidigt, hätten wir ſie gerne beſeitigt

Sähen an ihrer Stelle lieber

he