Druckschrift 
Festspiel für die Begrüßungskneipe des 50-jährigen Stiftungsfestes des Gießener Wingolf, 5. August 1902 / von Theodor Wahl
(Gi. 80-83)
Entstehung
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Erſter Fux. Ja, und die Meiſten kämen mit der Frau, Sagt mir der Lux, der weiß es ganz genau!

Sweiter Fux. Auch feine Wingolfstöchter kämen mit!

Red. Ka, Fux, da giebt's für dich was zu pouſſieren, Da wirſt wie neulich du auf Schritt und Tritt Den Ritter Toggenburg markieren Und Morgen früh bereits mit mildem Kopfweh Das Schönſte auf den Fluren ſuchen gehn.

(Alle lachen.

FM. Laß doch den Fux in Ruh, er wird ganz rot Sagt lieber, wer ſchon da iſt von den Leuten!

Phil. Da kann ich Euch ſchon etwas Auskunft geben, Dooch ſind's ſo viele, daß ich mit Verlaub Nur nenne, wer mir grad' ſo in den Sinn kommt. Nach einer kleinen Pauſe, während der er ſich an den Kopf greift. Die Andern horchen geſpannt.]

Der Erſte, den mein Auge heute froh erblickt,

Das war in ſeines Leibes ganzer Stattlichkeit

Von Jugenheim der Matthes, ein gewichtger Mann,

Von deſſen Tritt das Gießner Straßenpflaſter dröhnt.

Zur Rechten ſchritt ihm vornehm, elegant, modern

An Kleid und Gang und Haarſchnitt der von Seeheim,

Der Vogel, der noch immer nicht ſein eigen Neſt gebaut.

Zur Linken ging der Hentgraf, ſchtlich indigniert,

Daß wir das fünfzigjährge Jubelfeſt zu feiern

In Eberſtadt beiNippchen uns entſchloſſen nicht.

Dann kam der Erzbiſchof von Echzell, Meiſter hildebrand

Von Weitem hört' ich ſein melod'ſches Lachen ſchon

Und ſeiner würzereichen Rede flüſſig Gold.

Ihm folgt, geballt zu Haufenformation,

Alles, wasWahl heißt viele Mann hoch

aufmarſchiert.