I. Scene.
(Nebenzimmer am Kneipſaale im Wingolfshauſe— ein Tiſch in der Mitte, an den Wänden Bilder— Feſtſchmuck. Fuxmajor(FM.) tritt ein mit 2 Füxen.]
Fan.
So weit wär' alles fertig und bereit. Zum Feſte fein geſchmückt und wohl gerüſtet Steht uns das ganze Haus. Sie werden ſtaunen Die lieben Brüder und die werten Gäſte Und der Philiſter hochwillkommner Schwarm Schon heute Abend, wenn ſie es erſchau'n Im fünfzigjährgen Jubelfeierglanz! Der Aneipſaal prangt wahrhaftig tadellos— Noch ein paar Stunden nur, dann läßt der Aneipwart Sein donnerndes Silentium erklingen, Und unſer Jubelfreudenfeſt hebt an.— Doch halt! was ſeh' ich? Schnell, ihr Füxe, her Mit friſchem Grün, das wir für dieſen Sweck Sorgfältig ſonderten vom ſonſtigen Schmucke— Das beſte ſchier wär' unſerm Blick entgangen! Die Bilder hier der Stifter noch umflochten Mit ſchlichten Ranken dieſes Immergrüns, Daß ihr Gedenken dadurch hochgeehrt Vor Aller Augen ſichtbar ſich bekunde!
[Die Füre ſchmücken die Bilder.] Sind's doch die Stifter, unſre Heldenahnen, Die einſt, von Furcht und Zweifel unbewegt, Geſchworen zu des Wingolf Fahnen Und hier in Gießen ihm den Grund gelegt. Bei Euch, ihr Füxe, bleibe ihr Gedächtnis Wie heute ſo in Ehren allezeit, Uns Allen aber bleib' als ihr Vermächtnis Die echte Wingolfstreu und Tapferkeit!


