Daß man mit dem Kamm euere Haare kämmet und auch die Scheer darzu gebrauchet, hat dieſe Be⸗ deutung, daß ihr eure Haare und euren Kopf ſollet ſauber halten und die Haare nicht ziehen ſollet entweder zum Stolz oder zum abſcheulichen Greuel oder nach weibiſcher Art.
[Der 3. Bachant tritt vor; Depoſitor bearbeitet ihm die Ohren mit dem Ohrlöffel.]
Vor Narrentätigung laß Dein Gehör verſchloſſen, Ich ſäubre Dirs zur Lehr und nicht zu Narrenpoſſen.
Mit dem Ohrlöffel hat es dieſe Meinung, daß euer Gehör ſoll offen ſein für die Lehren der Tugend und Weisheit, nicht für unzüchtig Geſchwätz, Geſpei, Fatz⸗ werk und liederliche Poſſen. Die Ohren ſind die Trichter, dadurch die Herrn Profeſſores die Wiſſen— ſchaften eingießen: Haltet ſolche Trichter ſauber und rein, damit nicht verderbet werde, was eingehet. [Depoſitor feilt die Hände des 3. Bachanten.)]
Ich feile Dir die Händ, um damit anzudeuten, Daß Du was redlich iſt mit ihnen ſollſt arbeiten.
An euren Händen werden die Finger und Nägel mit der Feile poliret und glatt gemacht, damit ihr die⸗ ſelbigen nicht zu Ungerechtigkeit, zum Schlagen und Raufen, ſondern zu nützlichen Arbeiten, zum Schreiben und Studiren gebrauchen ſollet. Tuet Niemand Unrecht, greifet nicht zu weit und laſſet einem jeden das Seine.
[Der 4. Bean wird auf den Stuhl geſetzt; Depoſitor malt ihm einen ſchwarzen Bart an.]
Sieh da! Itzt kriegeſt Du von mir auch einen Bart, Daß Du nicht kindiſch ſeiſt nach eitler Kinder Art.
Gedenket hiebei, daß der Bart und die Weisheit mit den Jahren wachſen. Ihr ſollet als Leute, die einen Bart haben, anfangen euch ſelbſt zu regieren und die unziemlichen Affecten im Haume halten oder zum wenigſten euch von bärtigen Männern, ſo euch vor⸗ geſetzet ſind, wohl guberniren laſſen.— Reichet mir die Seife...


