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Ruhland, Köhler-Langsdorf & Co. : eine Streitschrift / von Dr. jur. et phil. Magnus Biermer, ordentlichem Professor der Staatswissenschaften an der Universität Gießen
Entstehung
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Bauernausſchlachtgeſchäft von Anfang bis zu Ende geleitet, hat alſo in ſeinem erſten Aufſatze gelogen. Weiterhin intereſſant iſt die Tatſache, daß ſich Herr Ruhland von landwirtſchaft⸗ lichen Autoritäten ſagen laſſen mußte, daß er von der Land⸗ wirtſchaft nichts verſtände.(Wiener Landwirtſchaftliche Zei tung, Jahrgang 1893, Nr. 81 und 83.) Jedenfalls iſt dieſer HerrGüterdirektor Dr. Ruhland damals ein netterBauern⸗ freund undMittelſtandspolitiker geweſen.

Derſelbe Herr Ruhland ſprach dann, wie uns von glaub⸗ würdigſter Seite verſichert worden iſt, auf der Redaktion der Frankfurter Zeitung vor, um die maßgebenden, leitenden Perſonen dieſes Blattes für die Gründung einerAntiagrari⸗ ſchen Liga zu gewinnen. Sie ſollte ihren Sitz in Ulm be⸗ kommen, alſo in Württemberg, wo die ſüddeutſche Demokratie ihren feſteſten Sitz hat, und Herr Ruhland ſelbſt wollte Direktor dieſer Liga werden. Man hat ihn natürlich, da dieſer Ruh land'ſche Plan denn doch gar zu verdächtig erſchien, aus dem Frankfurter Redaktionsbureau gebührend hinauskomplimentiert.

Noch 1894 verleugnet Ruhland in ſeinemLeitfaden zur Einführung in das Studium der Agrarpolitik das geſamte wirtſchaftspolitiſche Programm ſeiner jetzigen Brotgeber. Ich habe ja einen beſonders bezeichnenden Paſſus in meinem Auf⸗ ſatze vom 28. Januar wörtlich abdrucken laſſen. Dort ſtellt er den Getreidezoll im Hinblick auf die Preisſteigerung der Grund⸗ ſtücke als eine Maßregel hin, die abſurd ſei. Ein Jahr ſpäter (1895) erſcheint ſein wunderſames WerkDie Wirtſchaftspolitik des Vaterunſers. In dieſer Schrift iſt Herr Ruhland plötzlich poſitiver Chriſt geworden. Unter Heranziehung von Gregor von Nyſſa, Auguſtin, Albertus Magnus, Thomas von Aquin u. a. wird ein neues wirtſchaftspolitiſches Syſtem, das ſeine Hauptſätze aus dem Borne der evangeliſchen Wahrheiten ſchöpft und auf der vierten Bitte des VaterunſersUnſer tägliches Brot gieb uns heute in pietiſtiſch⸗phantaſtiſcher Formulierung aufgebaut iſt, entwickelt. Ich kenne in der nationalökonomiſchen Literatur kaum etwas Unklareres und Phraſenhafteres, als