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vorſchlagen können.“ Schutzzölle ſind nur ein Notverband, um weitere Verblutungen am nationalen Wohlſtand zu verhüten, — kein Heilmittel. Wie kommt alſo der Verfaſſer jenes Ar⸗ tikels dazu, die prinzipiellen Unterſchiede zwiſchen Ruhland und Biermer an der gar nicht prinzipiellen Zollfrage meſſen zu wollen? Warum zitiert dieſer Artikel ſo eingehend aus dem Ruhland'ſchen„Leitfaden“, der ſchon im Jahre 1893*) ge⸗ ſchrieben wurde, und nichts aus dem jetzt, faſt 10 Jahre ſpäter, erſchienenen Ruhland'ſchen„Syſtem der politiſchen Oekonomie?“ Und wie kann der betr. Verfaſſer es vereinbaren, Ruhland einmal als einen Mann zu bezeichnen, der kurzer Hand die Anſchauungen des Bundes der Landwirte vertrete, und dann ſolche Zitate aus ſeinem„Leitfaden“ anführen?
Nein! Der prinzipielle Unterſchied zwiſchen der neuen Richtung, welche die lex Köhler⸗Langsdorf für die Univerſität Gießen anſtrebt und der alten Richtung, wie ſie durch Prof. Biermer vertreten wird, reicht viel tiefer und wäre kurz etwa wie folgt zu bezeichnen:
Wie der betr. Artikel ſelbſt ſagt, verheißt heute die an deutſchen Univerſitäten herrſchende Richtung der Nationalöko⸗ nomie„nur relative Löſungen ökonomiſcher und ſozialer Probleme auf dem Boden des hiſtoriſch Gewordenen“. Um Gottes Willen keine einſchneidenden Reformen, nur„kleine“ Mittel ſtehen zur Verfügung. Mehr als„lindern“ kann man die ökonomiſchen Mißſtände nicht. Die größten kapitaliſtiſchen Mißſtände dürfen zwar etwas„beſchnitten“ werden, aber als hiſtoriſch Gewordenes muß der Kapitalismus ſelbſtverſtändlich erhalten bleiben. Es wäre ganz ſchön, wenn man den Bauern—
*) Im Original des Ruhland'ſchen Aufſatzes, das ich mir von der Redaktion der„G. N. N.“ zur Einſicht erbeten habe, ſteht auffallender Weiſe 1893, in der Zeitung in Folge eines Druckfehlers 1892. Meine Zahl, die ich in dem Aufſatze vom 28. Januar d. Is. anführte— 1894—, iſt die einzig richtige. Das Vorwort ſeines Leitfadens hat Ruhland mit „München im April 1894“ datiert; auf dem Titelblatt ſteht ebenfalls 1894.
Br.


