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Wald-Fest zur Feier der Immatrikulation des 1000. Studenten an der Universität veranstaltet von der Stadt Giessen im Philosophenwald am 2. Juli 1902
Entstehung
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Der dies neue Lied erdacht, ſang's in einer

Sommernacht luſtig in die Winde. Vor ihm

ſtund ein volles Glas, neben ihm Frau

Wirtin ſaß unter der blühenden Linde, unter der blühenden Linde.

Rudolf Baumbach.

XI. Ind wenn ſich der Schwarm verlaufen

hat um mitternächtige Stunde, dann

findet unter den Edleren ſtatt eine würdige

Tafelrunde, es ſind, erhaben ob Raum und Zeit, die Ritter von der Gemütllichkeit.

Und wie der Zapfen vom Faſſe ſpringt, ſo ſpringt der Deckel vom Herzen, und was ſich drinnen bewegt, das klingt in luſtigen Liedern und Scherzen. Es ſind dem freien Wort ge⸗ weiht die Ritter von der Gemütichkeit

Wenn einem trocken die Kehle ward und er

durſtig lechzt nach dem Naſſen, ſo iſt es dieſer

Ritter Art, daß ſie ihn nicht ſterben laſſen.

Es ſind dem Wohle der Menſchen geweiht die Ritter von der Gemütlichkeit.

Und wenn ſich etliche Thoren gar in trau⸗

rigem Irrtum bekannten zu jener beklagens⸗

werten Schaar der Secte der Flagellanten

denen ſetzen zurecht den Kopf bei Zeit die Ritter von der Gemütlichkeit.

Drum lebe hoch das freie Wort, das friſch von den Lippen rinne! Drum lebe, wem nicht die Kehle verdorrt, und wer nicht verachtet die Minne! Drum leben, erhaben ob Raum und Zeit, die Ritter von der Gemütlichkeit!

Krummacher.