Der dies neue Lied erdacht, ſang's in einer
Sommernacht luſtig in die Winde. Vor ihm
ſtund ein volles Glas, neben ihm Frau
Wirtin ſaß unter der blühenden Linde, unter der blühenden Linde.
Rudolf Baumbach.
XI. Ind wenn ſich der Schwarm verlaufen
hat um mitternächtige Stunde, dann
findet unter den Edleren ſtatt eine würdige
Tafelrunde, es ſind, erhaben ob Raum und Zeit, die Ritter von der Gemütllichkeit.
Und wie der Zapfen vom Faſſe ſpringt, ſo ſpringt der Deckel vom Herzen, und was ſich drinnen bewegt, das klingt in luſtigen Liedern und Scherzen. Es ſind dem freien Wort ge⸗ weiht die Ritter von der Gemütichkeit
Wenn einem trocken die Kehle ward und er
durſtig lechzt nach dem Naſſen, ſo iſt es dieſer
Ritter Art, daß ſie ihn nicht ſterben laſſen.
Es ſind dem Wohle der Menſchen geweiht die Ritter von der Gemütlichkeit.
Und wenn ſich etliche Thoren gar in trau⸗
rigem Irrtum bekannten zu jener beklagens⸗
werten Schaar der Secte der Flagellanten—
denen ſetzen zurecht den Kopf bei Zeit die Ritter von der Gemütlichkeit.
Drum lebe hoch das freie Wort, das friſch von den Lippen rinne! Drum lebe, wem nicht die Kehle verdorrt, und wer nicht verachtet die Minne! Drum leben, erhaben ob Raum und Zeit, die Ritter von der Gemütlichkeit!
Krummacher.


