Wenn's dem Geſchick gefällt, ſind wir in alle
Welt morgen zerſtreut! Drum laßt uns luſtig
ſein! Wirt, roll' das Faß herein!:,: Mädel, ſchenk ein! ſchenk ein! Heute iſt heut!:;:
Ob ihren Roſenmund morgen ſchon Hildegund
anderen beut— danach ich nimmer frag',
das ſchafft mir keine Plag', wenn ſie mich heut nur mag— heute iſt heut!
Brüder, ſtoßt an und ſingt! Morgen vielleicht
erklingt Sterbegeläut! Wer weiß, ob nicht die
Welt morgen in Schutt zerfällt! Wenn ſie nur heut noch hält! Heute iſt heut!
ℳ IX. alte Burſchenherrlichkeit, wohin biſt du verſchwunden? Nie kehrſt du wieder, goldne Zeit, ſo froh und ungebunden! Ver⸗ gebens ſpähe ich umher, ich finde deine Spur
nicht mehr. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!
Den Burſchenhut bedeckt der Staub, es ſank der Flaus in Trümmer, der Schläger ward des Roſtes Staub, erblichen iſt ſein Schimmer, verklungen der Commersgeſang, verhallt Ra⸗ pier⸗ und Sporenklang. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!
Wo ſind ſie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen, die ohne Moos bei Scherz und Wein den Herrn der Erde glichen. Sie zogen mit geſenktem Blick in das Philiſterland zurück. O jerum etc.
Da ſchreibt mit finſterm Amtsgeſicht der eine
Relationen, der andre ſeufzt beim Unterricht,
und der macht Recenſionen, der ſchilt die
ſünd'ge Seele aus und der flickt ihr verfallnes Haus. O jerum etc.


