Druckschrift 
Wald-Fest zur Feier der Immatrikulation des 1000. Studenten an der Universität veranstaltet von der Stadt Giessen im Philosophenwald am 2. Juli 1902
Entstehung
Einzelbild herunterladen

So wollen wir, was Gott gewollt, mit rechten

Treuen halten, und nimmer im Tyrannenſold

die Menſchenſchädel ſpalten; doch, wer für

Tand und Schande ficht, den hauen wir in

Scherben,:, der ſoll im deutſchen Lande nicht mit deutſchen Männern erben.

O Deutſchland, heilſges Vaterland! o deutſche Lieb' und Treue! Du hohes Land! du ſchönes Land! wir ſchwören dir auf's neue: Dem Buben und dem Knecht die Acht! der ſpeiſe Kräh'n und Raben! So zieh'n wir aus zur Hermannsſchlacht und wollen Rache haben.

Laßt brauſen, was nur brauſen kann, in hellen

lichten Flammen! ihr Deutſchen alle, Mann

für Mann, zum heilgen Krieg zuſammen!

und hebt die Herzen himmelan und himmelan

die Hände, und rufet alle Mann für Mann: Die Knechtſchaft hat ein Ende!

Laßt klingen, was nur klingen kann, die

Trommeln und die Flöten! wir wollen heute

Mann für Mann mit Blut das Eiſen röten,

mit Henker⸗ und mit Knechteblut o ſüßer

Tag der Rache! das klinget allen Deutſchen gut, das iſt die große Sache!

Laßt wehen, was nur wehen kann, Standarten

weh'n und Fahnen! wir wollen heut' uns

Mann für Mann zum Heldentode mahnen.

Auf! fliege, hohes Siegspanier voran den

kühnen Reihen! wir ſiegen oder ſterben hier den ſüßen Tod der Freien.

E. M. Arndt.

Rede auf die Damen. Mathem.-naturw. Verein.£