Dieſer Zeitgeiſt wirkte namentlich auf einen Theil der Studenten zu Gießen, ſowie der jungen Bürger da⸗ ſelbſt und zu Butzbach, welche ſich von da an näher anein— ander anſchloſſen, nachtheilig ein und ließ, beſonders ſeit dem von einzelnen der in dieſe unterſuchung verwickelten Individuen beſuchten Hambacher Feſte, ernſte Folgen beſorgen. Ueber die damals zu Gießen herrſchende Stimmung äußert ſich Dr. Küch— ler dahin:
„Ich muß ſagen, daß es mir ſchien, zu Gießen herrſche in dieſer Beziehung der Geiſt, welcher ſich in den rheinbaier— iſchen Blättern von Wirth und Siebenpfeifer ausſprach und der ſich in einer gewiſſen ſchroffen Entgegenſetzung gegen die Regierung kund that, wie ich ſolche in irgend einem anderen Blatte geleſen zu haben mich nicht erinnere.“
Bemerkenswerth iſt auch, was Kuͤfer Schneider unter
Anderem darüber ſagt:
„—— Die Leute aus gebildeten Ständen ſtanden uns ja voran; die erklärten uns, wir ſeyen unſeren Oberen keinen Gehorſam ſchuldig, indem die ihren Verpflichtungen auch nicht nachgekommen wären, die wollten uns geiſtig und kör— perlich zu Sclaven machen.“
Schon gleich nach dem Hambacher Feſte ſcheint man ſich
der Hoffnung hingegeben zu haben, daß die gewaltſame Ver⸗ einigung der einzelnen deutſchen Staaten zu einem Ganzen unter einer republikaniſchen Regierungsform bei der herrſchenden Volks⸗ ſtimmung keine allzugroßen Schwierigkeiten finden werde. Solche Auſichten und Erwartungen wurden nicht nur bei jener Ver⸗ ſammlung ſelbſt ausgeſprochen, ſondern es bereiſten auch bald darauf, wie kaum zn bezweifeln iſt, Dr. v. Rauſchenplat aus Alfeld im Hannöveriſchen(in die Göttinger Unruhen vom Jahr 1831 ſchon verwickelt und ſpäter Theilnehmer an den Vorfällen zu Frankfurt am 3. April 1833) und Jacob Venedey von Cölln(gleich Erſterem als Flüchtling im Ausland) einen Theil Deutſchland's in der Abſicht, Anwerbungen fuüͤr die Revolutions⸗ Parthei zu machen, was Dr. Buff auch von dem Candidaten


