Einleitende Bemerkungen,
die Veranlaſſung und den Gang der Unterſuchung ꝛc. betr.
Nicht lange nach den bekannten Frankfurter Vorfällen vom 3. April 1833 ergaben ſich beſtimmte Anzeigen, daß Studirende zu Gießen den verbrecheriſchen politiſchen Beſtreb— ungen jener Zeit nicht fremd geblieben ſeyen. Es wurde hier— durch zuerſt eine polizeiliche und dann eine gerichtliche Unter— ſuchung veranlaßt, welche im Juli 1833 ihren Anfang nahm und im Frühjahr 1834 zum Schluſſe gekommen war. Auch gegen Apotheker Trapp von Friedberg war in Folge der An⸗ gaben auswärts proceſſirter Individuen die Unterſuchung aus— gedehnt worden; ebenſo erſchien damals ſchon Dr. Weidig (Rector in Butzbach, ſpäter Pfarrer in Obergleen) als nicht unbetheiligt bei dieſer Sache, ohne daß jedoch Gründe genug vorgelegen hätten, die förmliche gerichtliche Unterſuchung gegen denſelben zu erkennen. Während das Erkenntniß in jenen Sachen vorbereitet wurde, fanden vielfache Verſuche ſtatt, durch Ver⸗ breitung von Druckſchriften ſtaatsgefährlichen Inhalts das Volk aufzuwiegeln und den öffentlichen Frieden zu ſtören. Die Ein⸗ leitung einer neuen Unterſuchung war die Folge dieſer Umtriebe, welche bis zum Frühjahr 1835 fortdauerten und erſt mit der Verhaftung mehrer dabei betheiligt geweſener Perſonen(worun— ter die Pfarrer Weidig und Flick) aufhörten. Die Zahl der Angeſchuldigten nahm, als ein Theil der Verhafteten allmählig offene Geſtändniſſe ablegte, in eben dem Maße zu, als das ganze Getriebe und deſſen innerer und äußerer Zuſammenhang immer klarer wurde. Es war daher, ſollte das Ende der Un⸗
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