Die neuere Philologie überholt die klassische Philo- logie um das Doppelte. Vom Jahr 1892 an sind alljährlich mehr Neuphilologen auf der Landesuniversität, als Altphilologen.
Die Angaben über Philosophie, Naturwissenschaft, Mathematik und Geschichte sind leider so wechselnd und un- vollständig, dass die Curven kein klares Bild von dem Besuch geben.
Ebenso sind Chemie und Pharmacie zum Theil gemein- schaftlich, zum Theil vereinzelt angegeben, so das nur Bruchstücke der Curven gezeichnet werden konnten.
Die Zahl der Geschichte Studirenden blieb stets eine sehr geringe.
3ei den Forstleuten beträgt der Durchschnitt der Jahre 1829 bis 1900= 29. Die tiefe Einsenkung der Curven hat bei der Porstwissenschaft das erstemal 3 Jahre, das zweitemal 9 Jahre, das drittemal 14 Jahre und das viertemal 9 Jahre angehalten.
Der Besuch der Mediciner ist seit dem Jahr 1870 gleich- mässig gestiegen. Die Zahl hat durchschnittlich pro Jahr etwa um 3 zugenommen. Sie betrug in den letzten Jahren mehr als 150.
Ganz in derselben Weise ist die Anzahl der Studirenden der Thierheilkunde gewachsen.
Die Angaben über Chirurgie und Zahnheilkunde sind unvollständig. Die Curven konnten desshalb nur über kurze Zeit- perioden ausgedehnt werden.
Die Maxima liegen bei den Juristen in den Jahren 1829, 1862 und 1897, die Minima in den Jahren 1836 und 1859. Die ab- fallenden Linien sind sehr steil, während die aufsteigenden flach ge- neigt sind. Nachdem der Besuch der Juristen im Jahre 1829 bis zu 248 gestiegen war, nahm er in 7 Jahren bis zu 52 ab, um sich in weitéeren 16 Jahren auf 142 zu heben, dann wieder in 7 Jahren bis auf 31 zu fallen und endlich in 40 Jahren wieder auf 207 zu steigen. Der höchste Stand war bis jetzt im Jahr 1829.
Der Besuch der GCameralisten hat seit 1823 zwischen 10 und 50 geschwankt. Er ist im Jahr 1838 und in den Jahren 1870 bis 1882 unter 10 gesunken.
Die Zahl der evangelischen Theologen erreichte Maxima in den Jahren 1845 und 1886 und ein Minimum im Jahre 1874. Seit dem Jahr 1896 nimmt die Zahl der evangelischen Theologen wieder etwas zu. In den Jahren 1823 bis 1830 finden sich nur evangelische Theologen, in den Jahren 1831 bis 1834 evangelische und katholische Theologen in einer Summe verzeichnet. Im Jahr 1851 wurde der Lehrstuhl für katholische Theologie anfgehoben.
Jüdische Theologen waren nur vereinzelte auf der Uni- versität Giessen.
Die Gurve der Gesammtsumme der Studirenden in Giessen zeigt eine auffallende Uebereinstimmung mit der Curve der Juristen, deren Durchschnittszahl gegen die der übrigen Fächer allerdings eine wesentlich höhere ist. Die Curven von dem Besuch der In- und Ausländer verlaufen ziemlich übereinstimmend. Die


