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Leben Herrn Franz Justus Kortholts Doktors und ersten Professors der Rechten, Vice-Canzlers der Universität Giesen, Hochfürstlich-Hessen-Darmstädtischen, wie auch Hochgräflich-Sayn und Wittgensteinischen Hofraths / entworfen von G. G. S.
Entstehung
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ten hinreiſen zu laſſen; die Religion welche in aͤchter Liebe gegen jedermann ſichthar wurde, und diejenige Hochachtung einfioͤſte, welche ſeine Verdienſte und Gluͤck fuͤr allem Neid und Feindſchaft ſicher ſetzte Ein ſeltenes Gluck, wann Neid der Hochachtung weichen muß und dieſe einen Mann gegen alle Feindſchaft ſicher ſtellet! Dieſes beſaße er in der That. Doch ware es noch der geringſte Vortheil, den er davon empfande. Die ruhigen Blicke, welche er in der Ewigkeit thate, bey Herannaherung ſeines Endes,* zeigten daß Religion mehr koͤnne, als alle abſtrackte Troſt⸗ grunde der Weltweiſen, mehr als das gegen dieſe groſe Verwandelung zu ſchwache Geſuͤhl ein ehrlicher Mann geweſen zu ſeyn. Bey einem Herzen das in ſeinem Leben, mit einem ſo erhabenen Gefuͤhl begleitet ware⸗ konte ſein Umgang nicht anders als angenehm ſeyn. Sein lebhaftes Temperament ermunterte die Geſellſchaften, und zwar ſo wie es wenige werden nachah⸗ men koͤnnen, ſtets lehrreich, ohne vergebliche Reden und leere Scherze zum Gegenſtand ſeiner Unterredung zu machen. Nie brachte alſo jemand aus ſeiner Geſellſchaft Misvergnuͤgen zuruͤck. Die ihn gekannt, wer⸗ den nicht nur jenes Urtheil unterſchreiben, ſondern noch viel mehr hinzu⸗ dencken und noch mehr empfinden: In der Perſon des Herrn Vice⸗ Canzlers hat der Fuͤrſt den treueſten Diener; die Akademie einen ſehr pa⸗

triotiſchen Befoͤrderer ihres Wohls, und eine der vornehmſten Stuͤtzen

ihres Flors; ſeine Collegen den erwuͤnſchteſten und aufrichtigſt denkenden Freund; die akademiſchen Buͤrger den angenehmſten, gruͤndlichſten und⸗ ſſeißigſten Lehrer geſchätzet und- nun verlohren. Wie lange wird nicht ein Kortholt unvergeslich bleiben!

Auſer den ſchon augefüͤhrten Schriften fuͤgen wir noch die uͤbrigen bey. Es verdienet jedoch in Ueberlegung gezogen zu werden, daß der ſel. Herr Vice⸗Canzler mit ſo viel Geſchaͤften theils des akademiſchen Lehramts, theils in Cacultaͤts⸗Arbeiten, theils in den Proceſſen, worin ſich viele ſeiner Gelehrſamkeit bedienet haben, iſt uͤberhaͤuft geweſen, daßmanſſich nicht wundern darf, wann dieſes Verzeichnis nicht groͤſer iſt. Nur al⸗

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Es gehoͤren noch hierher die Schriften welche in den Streitigkeiten der Herren Grafen zu Sayn und Wittgenſtein ſind verfertiget worden. ſ. Weidlichs zuverläßige Nachrichten jetzt lebender Rechsgel. 4. Theil p. 224.

* Dieſes erfolgte nachdem er 12. Tage vorher das 60te Jahr zuruͤckgelegt, und 3 Wochen an einem Rothlaufsfieber kranck gelegen den 11ten Febr. 1771.

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