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Die Stellung der Corps im heutigen Studentenleben : Entgegnung auf die Schrift: "Was sind und wollen die Corps"
Entstehung
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zuſammenzuhalten, wenn ſie nur den Zweck haben, das ſtnden⸗ tiſche Leben ſich ſo heiter und vergnügt als möglich zu machen, höhere geiſtige Intereſſen innerhalb der Verbindung aber völlig unberückſichtigt laſſen, als eine vielleicht nicht ſo große Anzahl deutſcher Studenten, deren Vereinigungen auf wiſſenſchaftlicher Baſis fußen. Um einem jungen Studenten Fertigkeit im Trinken und Schlägerführen und noch das beizubringen, was die Corps geſelligen Anſtand nennen, um ihn ſo ganz äußerlich zu dreſſiren, dazu iſt bei weitem nicht ſo große Mühe nothwendig, als um ſolche Studirende zuſammenzuhalten, die ihre Verbindung auf geiſtig bildende und veredelnde Factoren gründen. Denn hier macht ſich überall die Verſchiedenheit der Anſichten geltend, die dort nur von untergeordneter Bedeutung ſein kann. Während die eine Burſchenſchaft ihre Aufgabe, nämlich ihre Mitglieder zu politiſch und wiſſenſchaftlich gebildeten Männern heranzuziehen, für unvereinbar hält mit dem Cultus der Ueberlieferungen im Studentenleben, alſo auch mit dem Duell, erklärt die andere daſſelbe, wenn ſie es auch vielleicht principiell verwirft, aus localen oder Zweckmäßigkeitsgründen für nothwendig. Während die eine glaubt, daß aus dem ſittlichen Principe der Burſchen⸗ ſchaft die Verpflichtung der Mitglieder zur Keuſchheit reſultire, verneint dies die andere. Aus dieſen Meinungsverſchiedenheiten allein, die bei der Pflege geiſtiger Intereſſen innerhalb der Stu⸗ dentenverbindungen nicht zu vermeiden ſind, erklärt ſich die Spaltung der Burſchenſchaften in verſchiedene Cartelle und in einzelne, in keinem Cartellverbande ſtehende Verbindungen.

Mit einem wahren Hochgenuſſe hat unſer Gegner die Zer⸗ ſplitterung der Burſchenſchaften und alle möglichen Principien derſelben erwähnt, deren Mangel er den Corps zur größten Ehre anrechnet. Denn er hält ſolche Principien fürganz fremde Elemente im Verbindungsleben und ſogar mit der Beſtim⸗ mung der Univerſität nicht vereinbar, ohne auch nur den geringſten Grund davon anzugeben. Vielleicht iſt er, wie ich ſchon einige Male zu bemerken Gelegenheit hatte, der Anſicht, daß er nur eine Behauptung, mag ſie auch noch ſo