31
vielleicht nur zu oft hinter der glänzenden äußeren Form geiſtige Unfähigkeit birgt, dem iſt wahrlich eine geringe Doſis von Scharf⸗ ſinn und Menſchenkenntniß zuzutrauen, und deſſen Urtheil muß der Burſchenſchaft höchſt gleichgültig ſein. Uebrigens iſt ja auch ſchon auf den meiſten deutſchen Hochſchulen das frühere unbe⸗ gründete Vorurtheil gegen die Burſchenſchaften verſchwunden, und auch die nicht academiſche Welt räumt denſelben jetzt größten⸗ theils ihr Recht ein und ſchätzt ſie höher als das wohl äußerlich glänzende, im innerſten Kerne aber durch und durch faule Corps⸗ weſen.
Noch lächerlicher als die eben beſprochene Behauptung unſeres Gegners iſt der Einfall, daß„die Burſchenſchaft nur noch äußer⸗ lich an ihrem politiſchen Programm(?) feſthalte, um außer ihrer vielſeitigen Impotenz auch noch ein anderes Merkmal zu haben, welches ſie von den Corps unterſcheide.“ Daß Corps und Bur⸗ ſchenſchaft— ich rede hier natürlich nur von den Burſchenſchaften, welche die Beſtrebungen und Tendenzen der alten ſich zur Auf— gabe gemacht haben, nicht von den Verbindungen, die ſich nur Burſchenſchaften nennen, im Grunde aber nichts anderes ſind als die Corps— unvereinbare Gegenſätze ſind, glaube ich ſchon im erſten Theile bewieſen zu haben, und dazu bedarf es nicht erſt eines„politiſchen Programms“.
Am Schluſſe des zweiten Theils berührt mein Gegner noch die Principienfrage und tritt in ironiſch ſein ſollender Weiſe denen entgegen, welche gerade aus dem Mangel wiſſenſchaftlicher, ſittlicher und politiſcher Principien bei den Corps zwar deren Zuſammenhalten nach Außen erklären, das ihnen jedenfalls ebenſo wie die ſtramme, faſt militäriſche Disciplin innerhalb der einzelnen Corps vor den Burſchenſchaften einen nicht zu verkennenden Vor⸗ theil ſichert, daneben aber die verſchiedenen burſchenſchaftlichen Principien loben und ſie„immerhin für beſſer und anſtändiger erklären als einen Köſener Congreß zu haben und ein Dutzend SC. SC.“
Jedenfalls iſt eine, wenn auch noch ſo große Menge Stu⸗ dirender auf den verſchiedenſten deutſchen Hochſchulen viel leichter


