290 Wanderungen durch die nähere Umgebung.
30er Jahre wurde bei der trigon ymetrischen Landesvermessung auch‘der Gleibergturm als Dreieckspunkt gewählt und durch Leitern zugänglich gemacht. Dabei machte man ganz zufällig die Entdeckung, daß derselbe eine entzückende Aussicht darbiete. 1837 wurde ein Gleiberger Ö eselligkeitsverein ge- gründet, der sofort unten im Turm eine Türe brechen und eine Treppe heraufführen ließ. 1879 schien der Verein dem Tode nahe, doch wurde er durch Zuführung frischen Blutes wieder gekräftigt und hat in der Zeit bis jetzt großes ge- leistet. Durch Ausgabe von Anteilscheinen zu 20 Mark brachte er die Mittel zusammen, um nach Entwürfen von H. v. Ritgen, dem Wiederhersteller der Wartburg, den großen Saal und eine Reihe von kleineren Zimmern auszubauen und stilgemäß ein- zurichten. Ein Kastellan und Wirt wurde hineingesetzt, der die Verpflichtung hat, für gute Speisen und Getränke zu sorgen. Die Ruine wurde von Schutt befreit und dabei Grundrisse bloß- gelegt, von denen man keine Ahnung hatte. Baufällige Teile, die mit dem Einsturz drohten, wurden durch Ausbesserung erhalten. Freilich machte der Verein beträchtliche Schulden und ist ganz auf das Wohlwollen der Freunde des Gleiberg und ihre offene Hand angewiesen, aber er hat auch reiche Gelegen- heit gehabt, an Geschenken aller Art die offene Hand der Freunde zu erkennen. Möchten diese auch fernerhin dem. schönen Glei- berg treu bleiben!
8. Wettenberg. Vetzberg.
Auf der Nordost-Seite des Gleibergs erhebt sich jenseits eines engen Tals, durch welches die Krofdorfer Straße führt, eine Gruppe von Basalthügeln, die sieben Köppel oder sieben Hügel im Volksmund, eigentlich der Wettenberg, Wedberg.
Man gelangt dahin von Gießen aus über Launsbach, vom Gleiberg aus über Krofdorf oder über die sog. Seemühle im Tal. Der höchste Gipfel bietet eine überraschend schöne Aus- sicht auf das Lahntal und die weite Umgegend, ähnlich wie vom Gleiberg, nur tritt dieser sehr vorteilhaft in den Vorder- grund des Landschaftsbildes. Eine eigentliche Burg kann des mangelnden Platzes wegen hier nicht gestanden haben, höchstens ein befestigtes Vorwerk, doch finden sich von Mauern nur noch Mörtelreste und außerdem ein tiefer Ringwall, der aber nicht aus altgermanischer Zeit herstammt.(Chondrilla juncea, Avena tenuis, Achillea nobilis.)
Weit malerischer erhebt sich auf der Westseite des Gleibergs der hohe Bergfried mit den Mauertrüämmern des Vetzberg auch auf isoliertem Basalthügel(308 m).
1152 wird Vetzberg zuerst genannt bei der Teilung der Grafschaft Gleiberg; Graf Otto erhielt dabei u. a. auch die Burg Vetzberg(Voitsberg, Vogtsberg, Voydesberg, Vogedenberg). 1244 wurde dieselbe Merenbergischen Burgmannen zu Lehen gegeben und taten sich diese nun als Ganerben zusammen. Deren waren es 19 im Jahr 1454, aber nur noch 4 im Jahr17635, die Herren von Lesch zu Krofdorf, von Schw al.bacı zu Gießen, vonSchenck zu Schweinsberg und von N 0 rdecken


