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Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umgebung : Gießener Verkehrshandbuch / [Hrsg.: Hermann Oesterwitz]
Entstehung
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Theater und Konzerte. 31

[heatertechnik sind verwertet, und alles so praktisch und be- auem eingerichtet, daß es ein Musterbau zu werden verspricht. Die Kosten ausschließlich Bauplatz, aber einschließlich der Bühnendekorationen werden 600 000 Mark betragen, deren Nicht- überschreitung der ausführende Architekt Hans Meyer garan- tiert hat. Die Zahl der Stifter ist auf fast 600 angewachsen, die bis jetzt zusammen 400000 Mark zu dem Bau beigesteuert haben, während für den Rest der Bausumme die Stadt Gießen aufkommt.

Der Gemeinsinn der Gießener Bürgerschaft hat sich hier in einer Weise betätigt, die anderwärts kaum ihresgleichen finden dürfte.

Konzerte.

Vom Einst Gallien seem

Das Musikleben hat in dem letzten Jahrzehnt einen entschiedenen Ruck nach vorwärts gemacht, ausschlaggebend hierfür war der Zusammenschluß der drei konzertierenden Grippen Keoomizent Verein,Akademischen Ge- sangverein,Kammermusik-Vereinigung. Dem, in sein 117. Jahr eintretenden, Konzert-Verein ist gewissermaßen die Führung anvertraut, nur musikalisch gebildete Herren bilden den Gesamtvorstand. Gießens akademischer Musikdirektor Professor G Trautmann! ist der Dirigent aller drei Gruppen, schaffensfreudig und hochbegabt steckt er das Ziel, so bald er es erreicht hat, stets weiter nach vorn. 10 Kon- zerte,2 Orchesterabende, 2 Chorabende, 3 Solistenabende und 3 Kammermusikabende bilden das Jahres-Programm; nur erst- klassige Künstler werden als Gäste geladen. Aber auch die Dar- bietungenaus eigner Kraft können sich mit großstädtischen Leistungen messen. Nur eins fehlt, ein eignes Heim. Für Intimes bietet der Klubsaal mit seiner schönen Akustik einen angemessenen Raum, auch die würdige Stadtkirche ist für das Oratorium im hohen Grade geeignet. Dagegen kann die Turnhalle tür die Orchester-Konzerte und welt- lichen Chor-Konzerte nur als Notbehelf bezeichnet werden, und wenn auch dem Turnverein für die Hergabe ge- dankt werden muß, es bleiben doch viele Wünsche unbefriedigt. Ob nun die neue Aula oder vielleicht sogar das neue Theater die Lücke ausfüllen wird? Das muß die Zeit lehren. Nennens- wert sind dann noch die geistlichen Aufführungen des Evan- gelischen Kirchengesang-Vereins, sowie die Leistungen einiger Chorvereinigungen(Männerchor, Gemischter Ehen), aneh den Ewanselischlerarbeiter Verein mit seinen Volks-Konzerten darf nicht ungenannt bleiben; im ver- flossenen Jahre bot Franz Bauer dort mit der Aufführung von Bruchs Glocke sehr Beachtenswertes. Für die populären Konzerte sorgt unsere treffliche Militärkapelle unter Leitung ihres erprobten Dirigenten des Großherzoglichen Musik- direktorsKrausse. Im Garten des Neuen Saalbaus werden die Donnerstag-Abonnements-Konzerte vom besten Publikum mit