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Heinrich Will : ein Gedenkblatt / [A.W.v. Hofmann]
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heutigen Chef der ältesten und berühmtesten englischen Sodafabrik zu nennen.

Wenn wir uns jedoch an dieser Stelle freudig der zahlreichen Schüler unseres Freundes erinnern, welche auf den verschiedensten Gebieten eine hervorragende Thätigkeit üben, so wollen wir doch auch nicht unterlassen, Derer zu gedenken, welche dem Meister bereits vorangegangen sind. Unter den leider schon recht Vielen seien hier nur Heinrich Böttinger, während vieler Jahre chemischer Berather der weltberühmten Alsopp'schen Brauerei in Burton on Trent, H. L. Buff, zuletzt Professor in Prag, C. Bulk, Lehrer an der Gewerbe- schule zu Barmen, Theophil Engelbach, Will's langjähriger Assi- stent, später Professor in Bonn, endlich Adolph Geyger, lange Zeit mit Arbeiten auf dem Gebiete der Farbenindustrie beschäftigt, zu- letzt Mitglied des kaiserlichen Patentamtes, genannt.

Es dürften der Lehrer nicht viele sein, welche sich einer ähn- lichen Reihe ausgezeichneter Schüler rühmen können und sich durch Ausbildung derselben in gleichem Maasse um den Ausbau der Wissen- schaft verdient gemacht baben.

Beim Abschiede von unserem Freunde gleiten die Blicke noch- mals über dieses wohlausgefüllte Leben hin: Aus einfachsten Verhält- nissen hervorgegangen, aber schon als Knabe von einer Liebe zur Wissenschaft erfüllt, welche ihm den Eintritt in dieselbe als erstrebens- werthestes Ziel erscheinen lässt, und dieses Ziel mit eiserner Beharr- lichkeit verfolgend, daher auch schon frühzeitig in dem er- wünschten Besitz der Anerkennung und Zuneigung seiner Lehrer, denen der eifrige Schüler bald unentbehrlicher Mitarbeiter wird, später als Nachfolger eines der berühmtesten Meister des Jahrhunderts, in Lehre und Forschung seine eigenen Wege gehend, als Lehrer durch selbstlose Hingebung an die Interessen der Lernenden im dankbaren Gedächtnisse zahlreicher Schüler fortlebend, als Forscher durch die glückliche Ausbildung einer analytischen Methode an den Erfolgen der Zeitgenossen, ja kommender Geschlechter betheiligt, im Verkehr mit den Menschen von einer Treue, von einem Adel der Gesinnung,

welche ihm die Freundschaft Derer sichern, die ihn kennen, der beneidenswerthe Mittelpunkt eines herrlichen Familienkreises, dessen Glieder mit unbegrenzter Liebe an ihm hängen, dies das Bild,

welches uns, wenn wir Heinrich Will's gedenken, vor die Seele tritt.

dAW. o. Hofmann.