33 zu Ende des erſten Semeſters Epiſoden aus dem Mahaàbharata überſetzen und erklären können.
„Auf die Frage, ſagt der H. Verf. zuletzt, was der künftige „Gymnaſiallehrer mit dieſem Studium machen ſoll, wiſſen wir „freilich nichts zu antworten. Soll es ihn zu Sprachforſchungen „befähigen, ſo möchten die wenigſten ſo weit Beruf dazu fühlen, „um dem gegenüber, was hier ſchon geleiſtet iſt, noch etwas „Tüchtiges zu leiſten, keiner aber in ſeiner Stellung wahren „Vortheil davon ziehen können, indem es als ein Unglück ange⸗ „ſehen werden müßte, wenn Gymnaſiallehrer ihren Schülern „etwa die Ergebniſſe etymologiſcher Unterſuchungen vortrügen, da „ohnehin alle Lehrer gewöhnlich nur zu ſehr geneigt ſind, dem, „womit ſie ſich vorzugsweiſe beſchäftigen, in ihrem Unterricht eine „beſondere Rückſicht zu ſchenken. Für dieſen Unterricht iſt aber „das Sanskrit ſo unnöthig wie das Angelſächſiſche für den Leh⸗ „rer des Engliſchen; bei der Hinneigung eines Theiles unſerer „Philologen zu grammatiſchen Subtilitäten iſt es dagegen recht „gemacht, dieſem Hang eine neue Stütze zu geben, zumal der „ganze philologiſche Cyelus im Studienplan eine offenbar ſehr „beſchränkte Tendenz zeigt, wenn gleich der Beſuch von Vorle⸗ „ſungen über eine ziemliche Anzahl von anderartigen Gegenſtän⸗ „den verlangt wird.“— H. Geh. Rath Schleiermacher faßt hier ſo wie bei ſeiner ganzen Kritik des Studienplanes für Philo⸗ logen den Gymnaſiallehramtscandidaten offenbar in einer ſehr niedrigen Stellung auf, in der man von demſelben nur das ver⸗ langt, was er zur Erreichung unmittelbar praktiſcher Zwecke be darf, während die Gegenwart, wie in den übrigen Wiſſenſchaften, ſo auch in der Betreibung der Philologie auf Gymnaſien, den be ſchränkten Geſichtskreis der Vergangenheit immer mehr zu entfer nen ſucht und namentlich das Studium der Sprachen vom com⸗ parativen Standpunkt aus als unabweisbar erkannt hat. Die Univerſität, als höchſte Bildungsanſtalt, kann ſich doch keines wegs mit einer dem bloßen praktiſchen Bedürfniß entſprechenden Bildung begnügen; ſie hat einen viel höheren Zweck im Auge und muß vielmehr dahin ſtreben, ihrem Zögling eine möglichſt
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