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Ueber die Bemerkungen in Bezug auf orientalische Sprachen / Dr. J.A. Vullers
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hebräiſchen Sprache möchten in einer ſolchen Wartezeit wieder verloren gehen, in nichts gemindert werden, wenn ſtatt eines Exegeticums deren vier oder fünf vorgeſchrieben wären. Will doch der Hr. Verf. ſelbſt, daß man nicht viele exegetiſche Vorleſungen beſuchen, ſondern dafür täglich ein Paar Stunden auf das Leſen in der Urſprache verwenden ſolle, und ſagt er nicht an derſelben Stelle S. 23 und 24, daß ein Jahr zur Ueberwindung der ſprachlichen Schwierigkeiten hinreiche. Auf die Möglichkeit, daß das Erlernte wieder vergeſſen wird, kann ſich kein Studienplan einlaſſen; er hat nur die Disciplinen, welche gehört werden müſſen, ſo wie ihre möglichſt zweckmäßige Aufeinanderfolge zu be⸗ ſtimmen. Wem die Wiſſenſchaft am Herzen liegt, der wird ſeine Kenntniſſe auch durch den Beſuch nicht vorgeſchriebener Vorleſungen und durch anhaltendes Privatſtudium zu bereichern ſuchen und ſelbſt nach vollendeter Studienzeit die Hände nicht müßig in den Schooß legen, ſondern dahin ſtreben, daß das einmal Erlernte in friſchem Gedächtniß bleibe und durch fortgeſetztes Studium zu immer größerer Klarheit gelange. Diejenigen hingegen, welche beim Studium weder Talent noch Fleiß und Eifer zeigen, kann weder der beſte und reichhaltigſte Studienplan, noch eine fortge⸗ ſetzte Ueberwachung bis zur einſtigen Anſtellung zu tüchtigen Lehrern machen.

Ueber den neben dem Hebräiſchen noch vorgeſchriebenen ſyri⸗ ſchen und arabiſchen Curſus ſagt der Hr. Verf. S. 53 Folgen⸗ des:Zur Vervollſtändigung ihrer Kenntniſſe erhalten ſie einen Vortrag über ſyriſche und arabiſche Grammatik gerade in dem Semeſter, in welchem ſie mit andern Disciplinen am meiſten in An⸗ ſpruch genommen werden. Allerdings kann man die Anfangsgründe des Syriſchen und Arabiſchen in einem halben Jahre vortragen; der Zuhörer muß aber dann nothwendig im Stande ſeyn, dieſem Lehrgegenſtande ſehr vielen Privatfleiß zu widmen; und ſoll auch dieſes geſchehen können, ſo würden wir es doch für weit vor⸗ theilhafter anſehen, wenn die beiden Sprachen nicht in demſelben Semeſter vereinigt würden. In dem folgenden ſoll nun die Eregeſe ſyriſcher und arabiſcher Schriftſteller wieder einen Vortrag