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Akademische Erinnerungen, kulturgeschichtliche Beiträge und Erörterungen / von Dr. jur. Ernst Klein
Entstehung
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41 wollen indem wir liebevoll auch der Männer gedenken, die unſeres Bundes Mitſtifter waren und die noch leben: Guſtav Erdmann, unſer älteſtes noch lebendes Ehrenmitglied, der wegen körperlichen Befindens Anſtand nehmen mußte hier zu erſcheinen und der ſeine herzlichen Grüße den Corpsbrüdern ausſprechen läßt, Edwin Verdier, Wilhelm Eberhard, wir wollen unſere Freude, daß es uns vergönnt iſt den heutigen Jubeltag mitfeiern zu können, wir wollen unſeren innigſten An theil an unſerer Teutonia, an dem Symbole unſeres grün⸗roth⸗goldenen Bandes, zum Ausdruck bringen in dem gemeinſamen Wunſche: Möge unſer Corps, ſeit ſeinem Beſtehen vom 1. Juni 1839 den Eintritt in die zweite Hälfte eines Jahrhunderts feiernd, für ſpäte Zeiten fortdauern und gedeihen und in getreuer Freundſchaft und Anhänglichkeit der alten und jungen Teutonen geeinigt bleiben. Reiben wir darauf nach altem akademiſchen Brauche den Salamander und laßt uns dann mit dreifachem, brauſenden Hoch auf unſere Teutonia gemeinſam unſere Geſinnung, unſere Wünſche zum Aus druck bringen. So geſchah es.

Auszug der Heidelberger Studentenſchaft nach Neuſtadt a. d. Hardt, 17. 25. Juli 1848.

Nach mir von Heidelberg gewordener buchhändleriſcher Mittheilung iſt über dieſe denkwürdige ſtudentiſche Epiſode niemals ein Schriftchen erſchienen, was ſich aus den damaligen ernſten Zeitereigniſſen wohl er⸗ klären läßt, in kulturgeſchichtlicher Hinſicht aber zu bedauern iſt. Es dürfte deßhalb betreffend nicht unwillkommen ſein, wenn ich auf Grund meiner damaligen Aufzeichnungen und perſönlichen Erinnerungen für die Theilnehmer am Auszug und für weitere Kreiſe eine Darſtellung, im Weſentlichen, auch dieſes Studenten-Auszugs nachſtehend folgen laſſe: Am 25. Februar 1848 erblickten wir beim Verlaſſen des Pandekten⸗Saals (v. Vangerow) im Gange ein Plakat: 24. Febr. in Paris Revolution, Louis Philipp verjagt; darunter eine Aufforderung jetzt in Deutſchland die vorenthaltenen Rechte zu erringen. Größte Aufregung in Heidelberg; in der Providenz⸗Kirche Volksverſammlung; stud. jur. Emil Preetorius aus Alzey(jetzt Redakteur und Zeitungsbeſitzer in St. Louis) hielt eine ergreifende Rede. In der Harmonie Anſprache des Bürgermeiſters Winter; Verſammlung in der Aula, Rede des Prof. Dr. Mittermaier. 1. März Sturmpetition in Karlsruhe und 2. März daſelbſt die denkwürdige Sitzung der Landſtände; 19. März große Volksverſammlung in Offenburg, an welcher ſich viele Heidelberger Studenten betheiligten. 23. März Rede