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Akademische Erinnerungen, kulturgeschichtliche Beiträge und Erörterungen / von Dr. jur. Ernst Klein
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19 natürlich und begreiflich, daß ſich junge Männer auf der Hochſchule in den Jahren, in welchen man ſich treue Freunde für das Leben zu ge⸗ winnen pflegt, näher aneinander anſchloſſen und ihren geſelligen Ver⸗ einigungen durch Namen und Abzeichen und Conſtitution feſten Beſtand gaben. Die bei den früheren und neueren Disciplinar⸗Unterſuchungen wegen landsmannſchaftlicher Verbindungen, ſowie bei der Criminal⸗Unter⸗ ſuchung wegen des Carcerſturms zu Tag getretene Wahrnehmung, daß es ſich um einenſtattsgefährlichen Bund überhaupt nicht gehandelt hatte, führten endlich zur wenigſtens officiellen Duldung der Verbindungen Seitens der Regierung reſp. des deutſchen Bundes, allerdings noch unter einer gewiſſen Controle des Disciplinargerichts. Das Verbots⸗Ventil, auf welchem der Univerſitäts⸗Richter in Gießen feſt geſeſſen und welches mit deſſen Maßnahmen, um mit Prof. v. Löhr zu reden:die Exploſion weſentlich herbeigeführt hatte, war wenigſtens thatſächlich beſeitigt. Die Teutonen konnten im Sommer 1840 ihre Farben ſchon offener tragen und kamen als Corps regelmäßig auf einer beſtimmten Kneipe(bei B. Loos, dann im Adler, ſpäter auf dem Ruſſiſchen Hof) zuſammen; im Winterſemeſter 1839/40 hatten wir laut Paukbuch: 23 Paukereien.

Sommerſemeſter 40.

Corpsbeſtand:* H. Stüber;* G. Erdmann I.; E. v. Lichten⸗ berg X; L. Bauer, ſpäter F. Ihrig X; L. Knapp XXX; F. Ihrig F. M., ſpäter M. v. Forkenbeck F. M.; K. v. Müller; H. Erdmann II.; E. Stammler I.; A. Lichthammer; J. Welcker I.; K. Wehſarg; V. Stumpf; Th. Breidenbach; Fr. Alefeld; M. von Forkenbeck; A. Hahn; H. Schaum; K. Stammler II.; O. v. Zangen; R. Dieffenbach II.; Frd. Klein I.; F. Engelbach I.; L. Helmolt und 22 Renoncen.

Einen ſchweren Verluſt erlitt unſer Corps im Frühjahr 40, indem unſer, unter dem NamenBaron bekannter, Mitſtifter des Corps Karl v. Müller, jur., aus Gladenbach, am Typhus erkrankte und am 10. III. 40 ſtarb. Er wurde(vom Habenicht'ſchen Hauſe am Kirchenplatz aus) gleichzeitig mit dem ebenfalls am Typhus geſtorbenen st. jur. Karl Siegfrieden aus Darmſtadt, mit feierlichem Fackelzug beſtattet.

Eine Anzeige unſeres Corps konnte faktiſch nicht erfolgen, die Star⸗ kenburger und Heſſen, deren Mitglieder meiſt relegirt worden waren, hatten ſich, nach dem Carcerſturm, im Herbſt 1839 aufgelöſt. Außer den Teutonen beſtand kein anderes Corps in Gießen und ſomit auch daſelbſt kein S. C.