Der häufige Wechsel dieser Assistenten erklärt sich lediglich daraus, dass dieselben[mit Ausnahme des Ersten*)] aus den älteren hiesigen Studiosen der Forstwissenschaft genommen wurden, welche nur noch wenige Semester zum Abschluss ihrer Studien an der Universität zu verbringen hatten.
Durch Decret vom 3. Febr. 1873 wurde der zweite Lehrer Dr. Eduard Heyer, zugleich Oberförster der Communalober- försterei Giessen, zum Forstmeister in Reinheim befördert. Da die Vereinigung der Stelle eines Docenten der Hochschule mit derjenigen eines praktischen Forstwirthes von jeher allerlei In- convienzen hervorgerufen hatte— schon wegen der Unterstellung unter die zwei Ministerien des Innern(welchem die Universität unterstellt ist) und der Finanzen(zu welchem das Forstdeparte- ment ressortirt), beantragte der akademische Senat(auf meine Ver- anlassung) bei dem Grossherzoglichen Ministerium des Innern die Gründung einer besonderen ausserordentlichen Professur der Forstwissenschaft„frei von abziehenden Verwaltungs- geschäften“.
Nachdem dieser Antrag von dem Grossherzgl. Ministerium genehmigt worden war, wurde der Forstaccessist Dr. Tuisko Lorey aus Darmstadt durch Decret vom 13. Octbr. 1873 zum ausserordentlichen Professor bei der philosophischen Facultät und zum zweiten Lehrer der Forstwissenschaft ernannt.
Hinsichtlich der von uns getroffenen Vereinbarung über die vorzutragenden Lehrgegenstände wird auf II. verwiesen.
Es fungirten hiernach, bez. fungiren noch an der hiesigen Universität folgende forstliche Docenten:
*) Gustav Hempel folgte Anfang November 1872 einem an ihn er- gangenen vortheilhaften Rufe als Lehrer der Forstwissenschaft an die land- wirthschaftliche Lehranstalt Francisco-Josephinum in Mödling bei Wien. Hieraus erklärt sich dessen kurze hiesige Wirksamkeit.


