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Kritische Beleuchtung der Prinzipien des neuen Gießener Studienplans, mit besonderer Rücksicht auf die darüber erschienenen Schriften der Herren Schleiermacher und v. Linde / [L. Noack zu Worms]
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184 Kritiſche Beleuchtung der Prinzipien

Hrn. v. Linde kam es unerwartet, und eine ſolche öffentliche Be⸗ urtheilung iſt ihm, wie aus dem Ton und der Haltung ſeines Schriftchens deutlich genug hervorgeht, ein Dorn im Auge. Der Kampf wird aber vorausſichtlich um ſo nachdrücklicher ge⸗ führt werden, als er ſich hauptſächlich um Prinzipien dreht, die freilich für Gegenwart und Zukunft folgreich genug ſind. Manche Regierungen lieben freilich ſolche Oeffentlichkeit nicht ſehr und wünſchen dergleichen Dinge lieber als dem Gremium ihreradminiſtrativen Geſetzgebung angehörig betrachtet. Unſere Zeit aber kann dieſe ſo nachdrücklich und ſo vielſeitig hervortre⸗ tende Forderung kaum mehr zurückweiſen; und gar einer Uni⸗ verſität kann die Oeffentlichkeit nur zum Nutzen gereichen, damit dergleichen Anſtalten nicht ihre lebendige Haltung und Friſche verlieren. So mag denn das Wagſtück eines neuen Verſuchs zur Kritik des Studienplans, der ſicher nicht der letzte auf der wiſſenſchaftlichen Arena bleiben wird, hiermit ſich bevorwortet haben. Was die Linde'ſche Schrift angeht, ſo bietet ſie durchweg gegründete Veranlaſſung zu Ausſtellungen dar, durch den Dualismus, welcher zwiſchen der ausgeſprochenen und der thatſächlich hervortretenden Tendenz derſelben herrſcht. Der Verfaſſer will, nach ſeiner Verſicherung, auf den Boden wiſſenſchaftlicher Kritik treten; ſo hätte er ſich vor allen Dingen von der Zweideutigkeit und Doppelſeitigkeit eman⸗ zipiren müſſen, bei ſeiner Rechtfertigung des Studienplans im⸗ mer wieder auf die miniſterielle Seite deſſelben zu rekurriren, als ob dieſer Punkt nur im Mindeſten ein ſolides Gewicht in der Wagſchale der Beurtheilung abgeben könnte. Handelt es ſich begreiflicher Weiſe bei einem Studienplan um eine reine wiſſenſchaftliche und pädagogiſche Angelegenheit, ſo iſt's dabei ganz gleichgültig, ob und wie weit die Regierung bei der Aus⸗ arbeitung und Veröffentlichung betheiligt war. Zeigt es ſich, daß das zum Grunde gelegte Prinzip und die einzelnen darnach ab gemeſſenen Beſtimmungen gegen die Kritik nicht Stand halten, ſo kann die Achtung vor demſelben, als vor einer Regierungs⸗ maßregel, die Arbeit vom verdienten Verdammungsurtheil nicht retten. Ja, der Beurtheiler muß ſich ſogar von vorn herein alles Gedankens daran und jeder beſtehenden Rückſicht auf die ſen Punkt ganz entſchlagen, um ſo viel gerechter und vorur⸗

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