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Der forstwissenschaftliche Unterricht an der Universität Gießen in Vergangenheit und Gegenwart : ein Gedenkblatt zur Erinnerung an den 14. Juni 1881, den in Gießen ausgebildeten Forstwirthen und allen Anhängern des forstlichen Universitätsunterrichts / gewidmet von Dr. Richard Heß
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es im Großherzogthum alſo nur 84 höhere Forſtbeamte(vom Ober⸗ förſter inel. an aufwärts). Außerdem ſind noch etwa 20 ſtandesherr⸗ liche Forſtbeamte vorhanden. Das Jahresbedürfniß an Domanial⸗ und Communalforſtbeamten beträgt im Durchſchnitt kaum 2.

Der normale Stand an inländiſchen Studirenden der Forſt⸗

wiſſenſchaft in Gießen würde hiernach bei einer Studienzeit von 6 Semeſtern und unter der Vorausſetzung, daß dieſelbe ausſchließlich hier in Gießen abſolvirt werden würde höchſtens 12 ſein. Wir

wollen aber, da auch die Standesherren vorzugsweiſe akademiſch ge⸗ bildete Forſtwirthe anſtellen und da erfahrungsmäßig ſtets einiger Abgang durch Ableben oder Uebergang zu anderen Berufsſtellungen erfolgt, ſogar 1314 rechnen. Factiſch betrug jedoch die Frequenz, mit Ausnahme des Jahrzehnts 1851 1860/61, ſtets mehr und im Mittel aller Jahre ſogar 18 ¹). Dieſe Frequenz iſt relativ, d. h. im Verhältniß zur Waldfläche und Stellenzahl, ſehr bedeutend und größer, als an den meiſten anderen deutſchen Forſtlehranſtalten, wie a. a. O. mit Ziffern nachgewieſen worden iſt ²). Denn es kommen in Heſſen auf 1 ſtudirenden Inländer nur ca. 12000 ha Waldfläche und 1 ſtudirender Inländer durchſchnittlich auf 56 Stellen, während z. B. noch 1873 die betreffenden Zahlen für Preußen ca. 83000 ha und 89 Stellen, für Bayern ca. 32000 ha und 9 10 Stellen betragen haben ³).

Ferner hat die Zahl der Forſtlehranſtalten gegen früher zuge⸗ nommen. Die Schweiz hat z. B. 1855 eine Forſtſchule am Polytech⸗ nikum in Zürich gegründet, was zur Folge hatte, daß ſeitdem nur noch in einzelnen Semeſtern ¹4) 13 Schweizer hier ſtudirt haben. Preußen hat im Frühjahr 1868 eine neue Forſtakademie in Münden in's Leben gerufen. Der Einfluß dieſer Gründung zeigt ſich ſchlagend in folgenden Ziffern:

¹) Im gegenwärtigen Sommerſemeſter beträgt die Frequenz an Inländern 28 wozu noch 3 Nichtheſſen(2 aus Preußen, 1 aus Bayern) kommen.

2) Mittheilungen über das Forſtinſtitut Gießen(Forſtl. Blätter N. F. 1873, S. 358 u. f.)

²) Eine weſentliche Aenderung dieſer Verhältniſſe ſeit 1873 kann nicht ange nommen werden.

4) S. Anlage I. Die beiden letzten Semeſter, in welchen noch je 1 Schweizer

hier Forſtwiſſenſchaft ſtudirte, waren S.⸗S. 1862 und W.⸗S. 1867/68.

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