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Der forstwissenschaftliche Unterricht an der Universität Gießen in Vergangenheit und Gegenwart : ein Gedenkblatt zur Erinnerung an den 14. Juni 1881, den in Gießen ausgebildeten Forstwirthen und allen Anhängern des forstlichen Universitätsunterrichts / gewidmet von Dr. Richard Heß
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1846/47 Forſtwiſſenſchaft. Nachdem er im März 1847 den Doctor⸗ grad der Philoſophie erworben hatte, war er bis 1848 bei der Ober⸗ forſt⸗ und Domänen-Direction in Darmſtadt und hierauf 1 Jahr lang beim Oberförſter Draudt in Gießen praktiſch beſchäftigt. Im Herbſte 1849 habilitirte er ſich hier als Privatdocent und begann vom Winterſemeſter 1849/50 ab zu leſen. Durch Decret vom 1. Juli 1853 wurde er zum außerordentlichen Profeſſor der Forſtwiſſenſchaft ernannt, und nach Zimmer's Tod(1854) rückte er in die hierdurch erledigte zweite Lehrerſtelle der Forſtwiſſenſchaft ein, mit der Ver⸗ pflichtung, vorzugsweiſe die praktiſchen Fächer zu lehren. Neben dieſer Stellung fungirte er zugleich, u. z. ſeit dem Frühjahr 1854 proviſo⸗ riſch, vom Herbſt ab definitiv als Verwalter der Oberförſterei Gießen. Am 29. April 1857 erfolgte ſeine Beförderung zum ordentlichen Pro⸗ feſſor der Forſtwiſſenſchaft, unter Entbindung von ſeiner praktiſchen Stelle. In dieſer Eigenſchaft wirkte er bis 7. März 1868, einem Rufe als Director der neu gegründeten Königl. Preuß. Forſtakademie Münden folgend. 1872 erhielt er das PrädicatGeheimer Regie⸗ rungsrath. Als die Univerſität München, nach dem Beiſpiele Gießens, auch die Forſtwiſſenſchaft mit in den Kreis der akademiſchen Wiſſen⸗ ſchaften aufnahm, erhielt er(im September 1878) einen Ruf dahin als ordentlicher Profeſſor ſpeciell für die forſtliche Betriebslehre, welchem

er als früherer eifriger Vorkämpfer für die Vereinigung der iſolirten Forſtlehranſtalten mit den Univerſitäten nicht widerſtehen konnte.

Selbſtſtändige Werke: 1852. Das Verhalten der Waldbäume gegen Licht und Schatten. Ferdinand Enke in Erlangen.

1852. Ueber die Ermittlung der Maſſe, des Alters und des Zu⸗

wachſes der Holzbeſtände. Moritz Katz in Deſſau.

1856. Lehrburch der forſtlichen Bodenkunde und Klimatologie. Fer⸗

dinand Enke in Erlangen.

1865. Anleitung zur Waldwerthrechnung. B. G. Teubner in Leipzig.

2. Aufl. 1876.

1871. Handbuch der forſtlichen Statik, bearbeitet in Verbindung mit mehreren Fachgenoſſen. I. Abthlg. Die Methoden der forſt⸗ lichen Rentabilitätsrechnung. B. G. Teubner in Leipzig.

Außerdem beſorgte er die ſpäteren Auflagen der beiden Haupt⸗ werke ſeines Vaters(ſiehe dort):Waldertragsregelung und Waldbau, von welchen insbeſondere die 3. Auflage des letzt⸗ genannten Werkes(1878) als eine neue Bearbeitung zu be⸗ zeichnen iſt.

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