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Feier des fünfzigjährigen Dienst-Jubiläums des Geheimenraths und Professors Dr. Ferdinand August Maria Franz von Ritgen zu Gießen
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Seite
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Gönner, Söhne, Brüder, Freunde, Hoch⸗ und Innigverehrte, Geliebte!

Sie ſehen hier vor Sich in mir einen hochbeglückten und für ſein ſeltenes Glück tief dankbaren Mann!

Dankbar bin ich vor Allem Dir, o Gott, Der Du mich durch mein langes, vielbewegtes Leben mit väterlicher Liebe gnädig geleitet, der Du mir das Licht des Geiſtes, die Kraft des Leibes gegeben und wunderbar erhalten haſt.

Dank, großen, vielfachen Dank ſchulde ich den drei erhabenen Re⸗ genten, die Sich auf dem Großherzoglichen Throne Heſſens folgten.

Ludwig I. nahm mich zuerſt, es ſind nun fünfzig Jahre, in den Dienſt des Staates auf und beförderte mich raſch von Stufe zu Stufe bis zur Lehrkanzel, auf welcher er mir die verſchiedenen, ſeit vier und vierzig Jahren von mir vertretenen, Lehrämter anvertraute, und mir zu⸗ gleich am vormaligen hieſigen Regierungs⸗Colleg eine adminiſtrative Wirk⸗ ſamkeit im Medicinal⸗ und Baufach gab.

Ludwig II. verdanke ich einen Wirkungskreis an der academiſchen Verwaltungsbehörde und Kanzlei, ſowie die vielfachſten Belohnungen durch Ehrenzeichen, Rang⸗ und Standeserhöhung.

Ludwig III. ſchenkte mir fortwährend ſeine hohe Huld und gab mir am heutigen Tage einen neuen gnädigſten Beweis derſelben.

Auch die Glieder des Regentenhauſes bis auf die jüngſten edlen Sprößlinge deſſelben erzeigten mir viel gnädige Güte.

Laut ſpreche ich hier meine tiefen Dankgefühle für all' dieſe Huld und Gnade aus.

Wohin ſoll ich nun mich wenden mit meinem Danke?