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Feier des fünfzigjährigen Dienst-Jubiläums des Geheimenraths und Professors Dr. Ferdinand August Maria Franz von Ritgen zu Gießen
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Oſthofen, den 18. Juli 1858.

Yochzuverehrender Herr Geheimerath, Yochgefeierter Herr Profeſſor und Lehrer!

Wenn in dem Leben berühmter Männer zu welchen viele der Mitlebenden in naher Beziehung ſtehen ein bedeutungsvolles Ereigniß eintritt, ſo giebt dieſes immer eine wohlbegründete Veranlaſſung, das Ereigniß zu verherrlichen und dem Verdienſte ſeine Krone zu reichen.

Die Feier eines fünfzigjährigen Dienſtjubiläums iſt weil nur We⸗ nigen beſchieden gewiß eine ſeltene. Ihnen, theuerſter, vielgeliebter Lehrer, iſt dieſes ſeltene Glück zu Theil geworden.

In jugendlicher Friſche des Geiſtes, in rüſtiger Beſchaffenheit des b Körpers ſtehen Sie Heute da und können einen Zeitraum von fünfzig Jahren überblicken, welche ein glänzendes Zeugniß Ihrer ununterbroche⸗ nen Thätigkeit als Medicinal⸗ und Regierungs⸗Beamter, als Arzt und Lehrer, als Landtagsabgeordneter und Staatsmann, ſo wie endlich als Schriftſteller und Künſtler abgeben.

Hochverehrter Herr Geheimerath! Ich fühle mich glücklich und bin ſtolz darauf, Ihnen zu Ihrem heutigen goldnen Ehrentage von Herzen gratuliren und Ihnen in der Anlage einen Beweis treuer Anhänglichkeit und dankbarer Liebe überreichen zu können.

Mögen Sie dieſes(armen gratulatorium in Gewogenheit anneh⸗ men und möge es Ihnen vergönnt ſein, in ungeſchwächter Geſundheit noch lange Ihren ſegensreichen Beruf fortzuſetzen und mit Lorbeer um⸗ wundener Schläfe den Lohn Ihrer vielfältigen Arbeiten zu genießen.

Genehmigen Sie, hochgeehrteſter Herr Jubilar, bei dieſer feierlichen Veranlaſſung die Verſicherung der aufrichtigſten Hochachtung und Erge⸗ benheit, mit welchen Gefühlen ich die Ehre habe, zu zeichnen

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Ihr

ſtets dankbarer Schüler Dr. Carl Chriſtian Werthheim,

Großherzoglicher Kreiswundarzt des Medicinal⸗ Bezirks Oſthofen.