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An den hochverehrten Vorſtand der Frankfurtiſchen Geſellſchaft zur Beförderung nützlicher Künſte und ihrer Hülfswiſſenſchaften.
Unter dem 26. November 1825 wurde mir die Ehre zu Theil, in den Verein, deſſen würdiger Vorſtand Sie ſind, als correſpondirendes Mitglied aufgenommen zu werden.
Wenn ich durch meine Schriften nur mittelbar Ihre Zwecke habe fördern können, ſo war und iſt es mir doch ſtets ein erhebendes Gefühl, einer Geſellſchaft anzugehören, welche bereits ſo große Erfolge erreichte und in ihrem ſegensvollen Wirken raſtlos fortſchreitet. Die jährlichen Rechenſchaftsberichte über die Leiſtungen des Vereins, welche mir der verklärte Herr Präſident, Dr. Wöhler, mitzutheilen die Güte hatte, habe ich ſtets mit großer Aufmerkſamkeit geleſen und mich mit Bewun⸗ derung an den Blüthen und Friüchten erfreut, welche nur durch die Ver⸗ einigung der Kräfte ſo würdiger Männer erzielt werden können.
Ich ſehe auch jetzt mit inniger Befriedigung, daß ich nicht bloß Ihrer zu gedenken vielfache Veranlaſſung fand, ſondern daß auch Sie meiner nicht vergeſſen haben.
Am Tage meiner 50jährigen amtlichen Wirkſamkeit haben der Freunde viele ſich meiner erinnert und mir liebevoll Glück gewünſcht. Daß auch Sie dieß thun und in ſo herzlicher Weiſe thun, rührt mich tief und um ſo tiefer, als ich mir kein unmittelbares Verdienſt um die ſo wohlthätige Geſellſchaft zu erwerben vermochte.
Empfangen Sie meinen innigen Dank und drücken Sie denſelben, ſo wie meine ganz beſondere Verehrung, den Mitgliedern des Vereins für mich aus.
Kann ich nicht Geben, ſo kann ich doch mit Dankbarkeit Empfangen, und da Geben ſeliger als Empfangen iſt; ſo möchte ich um die Mitthei⸗ lung der Fortſetzung der Ueberſichten der Leiſtungen des Vereins, von 1846 ab, bitten.
Gießen, am 9. Auguſt 1858.
Ihr treuergebenes Mitglied Ferd. Aug. Fr. von Ritgen.


