Auguſte und Louiſe
zu den fünfzig Blumenkränzen.
O ſeltner Ehrentag! Von dem Geſchick
Nur ſeinen Auserkorenen verliehen!
O reiches Daſein, hohes Lebensglück,
Wo nächſt der goldnen Frucht noch friſche Blumen blühen, Sei mir gegrüßt!— An dieſem frohen Feſte, Dem jeder aufgeſpart der Wünſche beſte;
Wo des Verdienſtes Lohn von allen Seiten Herbeieilt Deine Schläfe zu umkränzen,
Und Deines Ruhmes Sterne leuchtend glänzen, Da nimm auch freundlich auf, verehrter Mann, Was herzlich zwar, doch prunklos und beſcheiden Der Freundſchaft Sold Dir bieten kann.
Ein Leben, das durch hohen Geiſt und Kraft Errang die Krone edler Wiſſenſchaft,
Das immer zugeſtrebt den höchſten Zielen
Und doch in regen Wirken's Ernſt und Drang Treu blieb den zärteren Gefühlen,
Und innig ſtets bewahrt die Seelentriebe,
Die der Familie und der Freundſchaft Liebe Als goldne Bande um es ſchlang,—
Für ſolche Lebensbahn, zugleich
An Blüthen und an Früchten reich
Iſt dieſer Blüthenſtrauß doch wohl
Ein ſprechendes und freundliches Symbol. Denn jede dieſer Blumen mag bedeuten
Dir eine jener Ehren, jener Freuden,
Die Deinen Lebensweg bekränzt.
Und wie der Lorbeer alle überglänzt,
So war Dein Ruhm als Lehrer edler Wiſſenſchaft Doch Deines Lebens herrlichſte Errungenſchaft.
Gießen am 18. Juli 1858.(Auguſte Trapp.)
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