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Dankrede des Jubilars bei dem Fackelzug und dem Ständchen.
Hochgeehrte, innig geliebte Freunde!
Die Jugend ehre das Alter, ſo wird ſie einſt wieder geehrt werden! L 2/ 82
Dieſe ſchöne, ihren Lohn ſicher erndtende Pflicht erfüllen Sie jetzt im reichſten Maaße. Ihr zunächſt danke ich dieſe ſeltenen Zeichen hoher Ach⸗ tung, zu denen Sie Worte treuer Liebe fügen.
Nicht durch meine Leiſtungen, die ſo weit hinter meinen Beſtrebun⸗ gen blieben; nicht durch meine Beſtrebungen ſelbſt, konnte ich ſolche Ehre und Liebe in den vielen Tagen meines amtlichen Wirkens verdienen. Dennoch fühle ich mich ſolcher Liebe werth: aber allein durch meine Liebe zu Ihnen, meine jungen Freunde. Ich habe mir den Namen eines Freundes der Ju⸗ gend erworben, weil ich die academiſche Jugend hoch ehre und ſie mir über Alles theuer iſt. In Ihnen und allen meinen Schülern ſehe und ſah ich nie Anderes, als meine künftigen Amtsbrüder. Nie habe ich etwas gewollt, nie etwas erſtrebt, als Sie mir gleich zu machen und zu mehr, als ich ſelbſt bin. Sie, meine jüngern Schüler werden mich einſt übertreffen, wie mich ſo viele ältere Schüler übertroffen haben. Aber es wird ſtets mein Lohn, mein Stolz ſein, mir ſagen zu dürfen: ſie haben alle auf meinen Schul⸗ tern geſtanden, ſie haben ſich von meinen Schultern erhoben.
Fackeln bringen Sie mir, hellleuchtende Flammen! Sie tragen Licht: Sie tragen Ihr eigen Symbol.
Ihr Beruf iſt, dem Volke vorzuleuchten, als Beamte des Staats, als Diener der Kirche, als Verbreiter der Bildung, als Muſter allüberall.
Feuer, entzün ihr ſe ohne
aber


